IPB-Friedensaktivisten bei der IPB-Pressekonferenz vor dem Parlamentsgebäude in Berlin

"Wir müssen aufhören, so naiv zu sein!"


Dies rief der alternde senegalesische Ökonom von der Kanzel. Es fasst im Grunde einen Großteil des größten Friedenskongresses des Herbstes zusammen.

Kohler ist ein regelmäßiger Rezensent für MODERN TIMES.
Email: hansgkkohler@web.de
Veröffentlicht am: 2016

Der Friedenskongress 2016 des Internationalen Friedensbüros (IPB) wurde Anfang dieses Monats ordnungsgemäß abgeschlossen. IPB ist das älteste existierende globale Friedensnetzwerk, das wir haben, und besteht aus über 300 Mitgliedsorganisationen in über 70 Ländern. Bereits 1910 erhielt das IPB den Friedensnobelpreis. Dreizehn Präsidenten der Organisation haben die Auszeichnung bereits erhalten. Die IPB hat eine Vision von einer Welt ohne Krieg und setzt sich hauptsächlich für die globale Abrüstung ein. Seit den 13er Jahren arbeitet das Netzwerk auch aktiv an der Beseitigung von Atomwaffen. Unter dem Titel „Entwaffnen! Für ein Klima des Friedens Eine Aktionsagenda schaffen »Über 80 Teilnehmer und 800 Empfehlungen aus 200 Ländern diskutierten an der Technischen Universität in Berlin über die prekären Herausforderungen der Welt. Was auf der diesjährigen Konferenz überraschte, war die Teilnahme vieler Gewerkschaften, einschließlich der Gewerkschaftsorganisation IGB.

img_3358Unter mehreren prominenten Teilnehmern befanden sich der Friedenspreisträger Tawakkol Karman, der kasachische Außenminister, der frühere Generalsekretär der UNESCO, Frederico de Mayor, und die Wirtschaftswissenschaftler Samir Amin und James Galbraith. Um einen Generationenwechsel und eine größere Breite zu erreichen, hat der Friedenskongress in diesem Jahr eine spezielle Jugendinitiative, auf der Jugendliche im Friedensdienst in kleineren Arbeitsgruppen diskutieren und mobilisieren.

Hohe norwegische Vertreter und Politiker glänzten mit ihrer Abwesenheit. Dies trotz der Tatsache, dass sie ausdrücklich von der Vizepräsidentin von IPB Ingeborg Breines eingeladen wurden. Auch Vertreter der norwegischen Botschaft in Berlin fehlten. Aber auch andere Norweger aus verschiedenen Friedensorganisationen aus Norwegen stellten sich an: Liv Tørres vom Friedensnobelzentrum war anwesend, ebenso wie Vertreter des norwegischen Friedensteams, des norwegischen Friedensrates, der Nuklearwaffen und der Internationalen Liga für Frieden und Freiheit (WILPF) der Frau. Obwohl sich die Friedensbewegung derzeit in einer Krise befindet - mit Mangel
Unterstützung und wenig Aufmerksamkeit von Presse und Medien - Ingeborg Breines ist für IPB weiterhin optimistisch. Der Neoliberalismus und die starke Individualisierung haben die Friedensbewegung in den letzten Jahrzehnten jedoch merklich geschwächt.

img_3384Abrüstung. In einer polarisierten Welt, in der die Kluft zwischen Arm und Reich dramatisch zunimmt; wo Kriege und Konflikte dazu beitragen ...


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