In einer Zeit, in der physiologische Erklärungen für menschliches Handeln herrschen, hat Peter Sloterdijk einen wichtigen Roman geschrieben.

Idea Historiker.
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Veröffentlicht am: 2016

42524Überraschenderweise hat der deutsche Philosoph und Kulturtheoretiker Peter Sloterdijk den erotischen Briefroman für seine jüngste Veröffentlichung mit dem Titel ausgewählt Schelling Projekt. Dies ist sein zweiter Roman; der erste, Der magische Baum ab 1985 ging es um die Wurzeln der Psychoanalyse im Mesmerismus des 1700. Jahrhunderts.

Peter Sloterdijk: Das Schelling-Projekt
Suhrkamp Verlag, 2016

Kurz gesagt, fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschließen, beim Deutschen Forschungsrat eine Förderung für ein entwicklungstheoretisches Projekt zur Untersuchung des Orgasmus der Frau zu beantragen. Sie werden abgelehnt und tauschen dann Briefe über eine Mischung ihrer eigenen erotischen Erfahrungen und allgemeinen Ansichten über das Sexualitäts- und Forschungsprojekt aus, das den parodistischen Titel trägt:

"Zwischen Biologie und Humanwissenschaften: Das Problem der Stärkung der weiblichen Sexualität auf dem Weg von den hominiden Weibchen zum homo-sapiens feminin aus einer Evolutionstheorie unter ständiger Berücksichtigung der Naturphilosophie des deutschen Idealismus."

Die multidisziplinäre Forschungsgruppe besteht aus Peer (nicht Peter!) Sloterdijk, Kurt Silbe, Desiree zur Lippe, Beatrice von Freygel und Guido Mösenlechzner. Einer der Ausgangspunkte ist, dass die Orgasmusforschung seit Masters & Johnson und dem Hite-Bericht ruhig verlaufen ist. Diesen Wissenschaftlern wird vorgeworfen zu sein harter Kern Positivisten, "Lichtjahre von einem Standpunkt entfernt, von dem aus man interessante Fragen hätte stellen können".

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Mysterium. Männlicher Orgasmus lässt sich leicht funktionalistisch und evolutionär biologisch aus der Fortpflanzung der Art erklären: Es besteht ein offensichtlicher Zusammenhang zwischen Orgasmus und Weitergabe der Gene. Der Orgasmus der Frau ist schwieriger zu erklären: Hier scheint der Orgasmus keine klare Funktion zu haben, da das Ei durch die Ejakulation des Mannes befruchtet wird, ob die Frau einen Orgasmus hat oder nicht. Noch schwerer zu erklären ist, dass das sexuelle Verlangen der Frau nach den Wechseljahren zunimmt. Da der Orgasmus der Frau aus evolutionär-biologischer Sicht problematisch ist, sieht Sloterdijk eine Öffnung für die Geisteswissenschaften, in diesem Fall Schellings Philosophie.

Die Verbindung zu Schelling ist weder leicht zu bekommen noch besonders ausgearbeitet. Sloterdijk hat klare Anspielungen auf Schellings These Über die menschliche Freiheit (1809), die…


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