Es ist gut, sich selbst und anderen gegenüber freundlich zu sein


Ein IT-Professor an der Eliteuniversität MIT war plötzlich von Depressionen und Selbstmord umgeben. Es brachte ihn dazu, Porträts von denen zu sammeln, die beinahe zu Boden gegangen wären, aber wieder an der Oberfläche erschienen waren.

Trige Andersen ist freie Journalistin und Historikerin.
Email: nina.trige.andersen@gmail.com
Veröffentlicht am: 2018
Porträts der Belastbarkeit

Leistungsdruck und psychische Störungen. Die US-Eliteuniversität MIT ist in jüngster Zeit durch eine bemerkenswert hohe Rate an Selbstmord und psychischen Störungen gekennzeichnet. Der Aufwand kostet offenbar sowohl Tote als auch Verletzte. Ein Fotograf und Professor für Informatik, Daniel Jackson, hatte vor einigen Jahren die Gelegenheit, Geschichten von Menschen zu sammeln, die unter Depressionen leiden und die es bisher geschafft haben, den Schnitt zu machen. Die Geschichten und die dazugehörigen Fotoporträts wurden regelmäßig im MIT-Newsletter The Tech veröffentlicht und jetzt in der Coffee Table Edition zusammengestellt und veröffentlicht.

Für viele der Dargestellten haben der Leistungsdruck auf das MIT - und die soziale Isolation oder die Tendenz, sich selbst und anderen gegenüber hart zu sein - dazu beigetragen, sie dort herauszuholen, wo sie nicht den Boden erreichen konnten. Darüber hinaus die individuelle Geschichte des Individuums und die Einbettung dieser Geschichte in die Strukturen der Gesellschaft. Als emeritierter Professor für Soziologie und Autor von u.a. Apropos Traurigkeit: Depression, Trennung und die Bedeutung von KrankheitDavid A. Karp schreibt im Vorwort über seine Erfahrungen mit Porträts der Belastbarkeit:

"(...) Ich erinnerte daran, wie wichtig es ist, die unvermeidlichen Zusammenhänge zwischen menschlichem Schmerz und den sozialen Kontexten unseres Lebens zu erkennen."

Eindimensionale Ästhetik, mehrdimensionale Arbeit. Jacksons Fotografien von Menschen und Gebäuden sind in einer sterilen Schwarz-Weiß-Ästhetik gehalten, deren Länge etwas eindimensional wird. Es ist auf den Punkt gebracht, muss man sagen, und der Stil spricht vielleicht die primäre Zielgruppe der Menschen am und um das MIT an. Für mich ist es jedoch die gegenteilige Erfahrung der Tiefe, die im einleitenden Zitat des Buches von der Psychologin und Autorin Kay Redfield Jamison deutlich wird, und die erklärt, warum sie lieber nicht frei von Depressionen wäre:

"Weil ich ehrlich davon überzeugt bin, dass ich dadurch mehr und tiefer empfunden habe; hatte mehr Erfahrungen, intensiver (…). ”

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Das heißt, ist Porträts der Belastbarkeit eine alles andere als eindimensionale Arbeit. Jeder wird wahrscheinlich in der Lage sein, Elemente seiner eigenen Existenz zu erkennen und ...


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