Kein Ort für Tränen Regie Reyan Tuvi Türkei

Süßer als Zucker, schwerer als Salz


Der Syrienkrieg ist auch in den kurdischen Gebieten zu spüren.

Sanders ist ein Kritiker, der in Rotterdam lebt.
Email: willemienwsanders@gmail.com
Veröffentlicht am: 2017
Kein Platz für Tränen
Regisør: Reyan Tuvi
(Türkei)

Kurdische Milizen gehören zu den wichtigsten Gruppen, die für den IS kämpfen. Beispiele hierfür sind sowohl die Kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) als auch die Frauenschutzeinheiten (YPJ). Nachdem sie wichtige Beiträge zur Bekämpfung des IS in Syrien geleistet haben und von den USA unterstützt werden, werden sie heute erneut von der Türkei angegriffen. Es ist eine schizophrene Situation mit unterschiedlichen und doppelten Vorstellungen.

Flüchtlinge in Grenzländern. Der frische Dokumentarfilm Kein Platz für Tränen beleuchtet den Krieg in Syrien aus kurdischer Sicht. Hinter diesem Film steht der türkische Regisseur Reyan Tuvi (Liebe wird die Erde verändern, 2014; Abseits, 2010). Sie folgt einer Auswahl von Flüchtlingen aus Ayn al-Arab, der kurdischen Stadt, die im Herbst 2014 und Frühjahr 2015 vier Monate lang vom IS belagert wurde. Ayn al-Arab liegt nur wenige Kilometer südlich der Grenze zur Türkei. Von hier aus gingen die Flüchtlinge in die türkische Grenzstadt Maheser, wo viele von ihnen Verwandte haben. In Maheser erhalten die kurdischen Flüchtlinge Schutz vor ihren neuen Dorfbewohnern, die das Dorf von sich aus vor allen unerwünschten Besuchern schützen. In der Ferne starren die Neuankömmlinge mit dem Fernglas auf die imaginäre Grenze, die wir Landgrenze nennen, und erleben die Zerstörung ihrer geliebten Stadt und ihrer verbleibenden Bewohner. Sie hoffen, dass die Lieder, die sie für die Heimat singen, in Ayn al-Arab zu hören sind. Was Sie davon hören, sind meist Granatenschläge, Jets und explodierende Bomben. Rauchsäulen steigen ständig auf.

Regisseur Tuvi folgt den Dorfbewohnern aufmerksam, während sie ihre Kultur feiern, ihre Geschichten am Leben erhalten und anderen Kurden helfen, während er über die Neuigkeiten von Ayn al-Arab auf dem Laufenden bleibt. Unter den neuen Bewohnern findet sich der charismatische junge Botan, der die Grenze und ihre Stacheldrahtbarrieren ganz alleine überquert - und sich als Erwachsener betrachtet, obwohl er eigentlich nur ein Junge ist. Er und andere teilen ihre Geschichten mit den Dorfbewohnern und einander.

Kurdische Milizen gehören zu den wichtigsten Gruppen, die für den IS kämpfen.

Visuelle Erzählung. Der Filmemacher gibt nur wenige oder keine expliziten Erklärungen im Film, lässt jedoch zu, dass sich die Geschichte im Verlauf des Films entfaltet. Sie konzentriert sich weitgehend auf eine sorgfältig konstruierte, streng visuelle Erzählung und lässt die Bilder für sich sprechen. Diese Erzählung…


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