Posttraumatisches Wachstum


AFGHANISTAN: Hat der Feldpriester und Forscher Gudmund Waaler in einem neuen Buch über die Reaktionen der Soldaten auf den Krieg etwas Neues hinzuzufügen?

Gjerstad ist freiberuflicher Journalist.
Email: nilsvermund@gmail.com
Veröffentlicht am: 2019
Gewalt und lebensbedrohlich - norwegische und schwedische Kriegserfahrungen aus Afghanistan

Ich war 2007 als Journalist in Afghanistan. Durch Kabul zu fahren, mit kugelsicheren Westen in einem Zivilfahrzeug, fühlte sich an wie eine Mischung aus Mad Max und Mittelalter. Es war schlimmer als erwartet. Die Gebäude sahen zerbrechlich und kaum bewohnbar aus - möglicherweise als Folge des Afghanistan-Krieges der Sowjetunion in den 1980er Jahren. Wir fuhren an einem Buswrack vorbei, aus dem Rauch aufstieg. Der Fahrer teilte mir mit, dass dort vor einigen Stunden ein Selbstmordanschlag stattgefunden habe. Der Gestank war noch schlimmer als anderswo in der Stadt. Ohne es genau zu wissen, konnte ich fast den Geruch brennender menschlicher Körper spüren. Mitten auf der Straße saß ein Mann und faltete die Hände zum Gebet. Es war alles surreal.

Stress und Bewältigung

Über unseren militärischen Beitrag in Afghanistan wurden mehrere norwegische Bücher geschrieben. Zum Beispiel, Krieger und Diplomaten (2013), in dem der aktionsorientierte Morten Bakkeli dem Defense Special Command (FSK) mit einem heroischen und etwas pompösen Stil folgt, der manchmal klischeehafter Kioskliteratur ähnelt. Es nimmt den Leser von der Ernsthaftigkeit.

Angst und Stress waren unter afghanischen Veteranen weit verbreitet.

Das Buch des Journalisten Anders Hammer Traum War (2010) ist viel besser. Hammer lebte einige Zeit in Kabul und schrieb unter anderem darüber, wie es ist, Journalist unter erfahrenen kanadischen Soldaten zu sein. Im ersten Kapitel schreibt Hammer, dass er erleben möchte, wie man in Afghanistan erschossen wird und wie man eine Nahtoderfahrung macht. Gegen Ende 2007 bot sich die Chance in West Kandahar. Hammer gibt zu, dass es eine Art journalistisches Ego war, das befriedigt werden musste: Sie waren fast von Rebellen umgeben und beschossen. Aber danach kommt er zu dem Schluss, dass es sich sinnlos, egoistisch und einsam anfühlte. Das sind interessante Überlegungen.

Im neuen Buch Gewalt und Lebensgefahr. Norwegische und schwedische Kriegserfahrungen aus Afghanistan Waaler zeigt verschiedene Gefühle von Soldaten, die in einen scharfen Konflikt in Afghanistan verwickelt waren. Er hat 28 norwegische und schwedische Soldaten befragt, wie es sich anfühlt, im Kampf zu sein - und zu töten. Die Antworten, die er gefunden hat, sind teilweise ...


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