Poetisch und politisch


Wo haben wir eigentlich Regisseur Gus Van Sant? Es ist nicht leicht zu sagen, aber ich habe mich dabei bereits einer der Qualitäten dieses Direktors angenähert, die ihn immer noch zu einem aufregenden Namen und einem Mann machen, der es sich leisten kann, etwas zu erfinden.

Email: redaksjon@nytid.no
Veröffentlicht am: 2003

Dies ist der Mann, der durch Filme wie Drugstore Cowboy (1989) und Mein privates Idaho (1991), die mit Nicole Kidman in Berlin einen vorläufigen Höhepunkt erreicht haben könnte To Die For (1995), der kommerziell wurde Good Will Hunting (1997) und Finding Forrester (2000) und die nicht zuletzt nach einem Remake von Hitchcocks große blinkende Fragezeichen hinterlassen haben Psycho (1998), die im wahrsten Sinne des Wortes nur ein Bild für eine Bilderneuerung war. Fest steht jedoch, dass seine Karriere sowohl innerhalb als auch weit außerhalb des amerikanischen Mainstream-Films in den letzten Jahren eine leicht rückläufige Kurve angenommen hat. Das war jedoch, bevor er auf dem diesjährigen Festival in Cannes mit dem Film auftrat Elefant, eigentlich als Fernsehfilm für den amerikanischen Sender HBO gedreht, und damit etwas so Beispielloses wie die Auszeichnung als bester Film und beste Regie.

Fast allen Filmen von Van Sant ist gemeinsam, dass sie junge Menschen darstellen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Es sind oft Männer, die irgendwie nicht passen oder innerhalb der von der Gesellschaft als ideal eingestuften Normen gedrängt werden. Ein ähnliches Problem ist in zu sehen Elefant wo der Regisseur uns durch einen kühlen, aufmerksamen und fast dokumentarischen Stil als Zeugen eines von Columbine inspirierten High-School-Massakers setzt, bei dem zwei Jungen eines Tages plötzlich bis an die Zähne bewaffnet in der Schule auftauchen und herumschießen. Natürlich ist es selbstverständlich, dass Sie Ihre Gedanken in die Richtung von Michael Moore schweifen lassen Bowling for Columbine Das war nur eine Art Dokumentarfilm zu diesem Thema, aber auf der anderen Seite muss es sofort gesagt werden Elefant kann so weit wie möglich von Moores Journalismus sein. Denn wo Moore wirklich ein Elefant im Glasmagazin ist und den Judges Club mit Sarkasmus und Humor fröhlich durch die konservativen USA schwingt, erleben wir Elefant Ein Film, der keine klaren Antworten will und urteilt. Hier werden kaum Fragen gestellt, und der Film leitet seine Stärke bewusst aus der Weigerung ab, klare Lösungen auf den Markt zu bringen, die zumeist zu kurz greifen und so das Material emotional erschöpfen können.

Die geniale Linie von Gus Van Sant liegt in der beobachtenden Kamera und dem Clip. Damit schafft er eine ruhige poetische Atmosphäre, die in vielerlei Hinsicht sowohl Charaktere als auch charakterbasierte Handlungen ersetzt. Wir verfolgen verschiedene Studenten ...


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