Acht Jahre an der Macht


Nach Ansicht eines der einflussreichsten afroamerikanischen Schriftsteller hat Barack Obama in seinen acht Jahren als erster schwarzer Präsident den Weg für den "ersten weißen" Präsidenten des Landes geebnet.

Eckhoff rezensiert regelmäßig MODERN TIMES.
Email: ranveig.eckhoff@posteo.net
Veröffentlicht am: 2018
Wir waren acht Jahre an der Macht. Und die amerikanische Tragödie.

Ta-Nehisi Coates Aufsatzsammlung Wir waren acht Jahre an der Macht nimmt uns mit auf eine Reise durch eine einzigartige Präsidentschaft, die mit der außergewöhnlichen Karriere des Autors verbunden ist. Coates ist zunächst ein junger und von seiner Frau finanzierter Blogger, der begeistert von Rap ist. Gegen Ende der beiden Wahlperioden wird er selbst ein berühmter Schriftsteller (auch dank des Buches) Zwischen der Welt und mir), mit Präsident Barack Obama als letztem Interviewgegenstand. Obama wurde zum Symbol der Amerikaner, seine Amtseinführung war eine Art wundersamer Sieg für das demokratische Gleichstellungsprojekt. Acht Jahre später stürzen sie sich in die totale Ekelhaftigkeit: Donald Trump wird Präsident. Coates erklärt dies aus rassistischer Sicht.

Trump hingegen konnte sein, wie er wollte - weil er weiß war.

Der Buchtitel ist ein Zitat: Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) und der Abschaffung der Sklaverei folgte die "Rekonstruktionsära". Im Bundesstaat South Carolina gab es eine Mehrheit der schwarzen Einwohner, von denen einige nun Verwaltungsfunktionen innehatten. Bis die Weißen den Fuß setzen. Thomas E. Miller war Vertreter der "Good Negro Government" - gehasst von Weißen, so der Historiker W.-EB Du Bois - aber im Herbst 1895 musste er feststellen: "Wir hatten die Macht für acht Jahre." Coates behauptet es Danach haben sich die Bedingungen für Afroamerikaner nicht wesentlich geändert. "Weiße Vormacht" durchdringt alle gesellschaftlichen Verhältnisse, die der Autor mit Fakten aus eigenen und fremden Studien belegt. Für viele war Amerikas erste schwarze Präsidentenfamilie - so makellos und vorbildlich sie auch waren - eine Anomalie, eine Katastrophe. Für einige war Präsident Obama ein Irrtum - er war nie der rechtmäßige Präsident, da er "nicht in den Vereinigten Staaten geboren" war. Trump hingegen konnte sein, wie er wollte - weil er weiß war. Die erste weiß der Präsident der Vereinigten Staaten. "Die Weißen" hatten endlich ihr Land zurückerobert.

Coates schlägt Ähnlichkeiten zwischen Obama und König und zwischen X und sich selbst vor.

Die weiße Vormachtstellung. Coates nimmt nie seine "Rennbrille" ab: Systematischer und bodenloser Rassismus ist für ihn die Wurzel des Bösen. Die Geschichte ist die Rahmengeschichte und verleiht der Haltung des Schriftstellers eine Grundmauer. Wegen der Sklaverei und der brutalen Ausbeutung der Schwarzen konnten die Weißen ihren Wohlstand aufbauen. Die Schwarzen galten als "Eigentum" und hatten nur Wert als ...


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