Mit seinen Augen auf den Krieg


Mohamed Jabalys Dokumentardebüt Ambulance bietet einen einzigartigen Einblick in eine 51-tägige Bombardierung von Gaza, vom Fahrersitz des Krankenwagens aus gesehen.

Email: ida.hestman@gmail.com
Veröffentlicht am: 2017

Das Geräusch eines Knalls. Baby Crying. Das Bild geht an und schwingt an den Händen, die es halten. Der Atem offenbart einen verzweifelten Zustand, bevor die Stimme ausbricht: "Mein Gott!" Die Voraussetzung für den Rest des Films ist in der Projektion festgelegt: Wir werden sehen, was er sieht. Mit Ausnahme eines Bildes wird der Dokumentarfilm durch subjektive Angulation in der Perspektive der ersten Person gefilmt.

Mit Krankenwagen Der Palästinenser Mohamed Jabaly hat den 51-tägigen Bombenanschlag auf Gaza im Sommer 2014 von vorne dokumentiert: den Fahrersitz eines Krankenwagens. Auf dem Rückfeldreflex hat Jabaly vom ersten Tag an alles dokumentiert, ohne seiner eigenen Familie zu erzählen, was er die Tage damit verbracht hat. Sie würden ihn niemals gehen lassen, wenn sie etwas wüssten.

Krankenwagen kann als Beweisgrundlage für Jabalys Antrag auf Aufenthalt in Norwegen angesehen werden. Der Filmemacher hat seit seiner Ankunft in Norwegen im Jahr 2014 Probleme, aber die Behörden wollen es anders. Auf Druck der norwegischen Filmgemeinschaft und der örtlichen Gemeinde in Tromsø erneuerte Jabaly, der ursprünglich auf grauem Papier entlassen worden war, den Behandlungsprozess vor Weihnachten. Er kann also etwas länger hier bleiben, aber immer noch auf unbestimmte Zeit.

Wichtige Dokumentation. Angesichts der Tatsache, dass nur wenige Nachrichten aus dem Gaza-Konflikt tatsächlich von palästinensischer Seite kommen und dass die meisten in norwegischen Medien verwendeten Quellen vom israelischen Militär stammen, gibt es einen noch größeren Grund, sich für das zu interessieren, was Jabaly zu sagen hat. Krankenwagen hat auch viel internationale Aufmerksamkeit erhalten und wurde unter anderem während des IDFA-Festivals in Amsterdam gezeigt, wo es am Hauptwettbewerb teilnahm. Es wurde auch kürzlich auf NRK gezeigt. In einer Zeit, in der NRKs Schweigen total ist, um Torstein Dahle zu zitieren, kann es angebracht sein, eine solche subjektive Unterwerfung der schwachen Partei zuzulassen.

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Die Absurdität des Krieges. In einer Sekunde haben wir den Krieg im Blick. Mit einer grafischen Bildauswahl, die formal nach den "Show, Don't Tell" -Rezeptfunktionen abläuft Krankenwagen Wirksam anrufen universelle Emotionen in uns. Die explizit rhetorischen Griffe erzeugen Schockeffekte, die sehr persönliche Note erfüllt den Film mit Pathos. So wird die rhetorische Evidenz optimal genutzt. Das Ziel ist einfach: Wir als Zuschauer sollten das gleiche Gefühl haben, egal wo wir sind - ob im sicheren Norwegen oder im gottverlassenen Gazastreifen.

Und lange ...


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