Kunst für die Politik?

Die Kunsternte ist bislang von politischen Werken geprägt. Aber ein Gemälde kann die Welt nicht verändern?

(Übersetzt aus Norwegisch von Google Gtranslate)

1969 lagen John Lennon und Yoko Ono mit Onos Tochter Kyoko in einem Hotelbett zwischen ihnen. Der Grund war Das Bett in, der künstlerische Protest der beiden Weltstars gegen den Vietnamkrieg.

Im Jahr 2003 sitzen George W. Bush und Kristin Krohn Devold in einem Hotelbett, dazwischen Premierminister Kjell Magne Bondevik. Köpfe hinter sich Bett Stück ist Toril Goksøyr und Camilla Martens im GM-Salon. Anlass ist die neu eröffnete Jubiläumsausstellung der Landesausstellung in Bergen. Ziel ist es, die norwegische Außenpolitik zu kritisieren. Das Mittel ist die visuelle Kunst.

Die Arbeit und die Ausstellung "Kunst für die Menschen", zu der sie gehört, sind nur die neuesten Aufnahmen eines immer längeren Stammes von Kunstveranstaltungen mit politischen Projekten.

Kurator Jonas Ekeberg erklärt beispielsweise gegenüber Klassekampen, dass „die ideologische Grundlage für das staatliche Engagement [im Kunstleben] ständig kritisiert und diskutiert werden muss. "Kunst für die Menschen" ist als Ausgangspunkt für eine solche Debatte gedacht. Wir versuchen, ein großes Feld zu erschließen und diskutieren nicht nur die Rolle von Riksutstillinger, sondern das gesamte norwegische System der bildenden Kunst und darüber hinaus Sozialdemokratie im Allgemeinen. ” (meine Betonung).

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Fast zur gleichen Zeit sagt der neue Vorsitzende der Young Artists 'Society (UKS), Tone Hansen, zu Morgenbladet: "Wenn es uns gelingt, uns als wichtiger nichtkommerzieller Treffpunkt zu etablieren, ist dies eine politische Aussage ... Ich interessiere mich für Kunst das unterscheidet sich von all dem Design und der Werbung, die die Ästhetik unserer Zeit einnehmen. Ein Großteil der Kunst der 90er Jahre befasste sich mit Design und Werbeästhetik, aber es gelang ihr selten, sie herauszufordern oder zu übertreffen. Ich glaube eher an die Kunst, die es wagt, etwas langsamer oder etwas langsamer zu sein. “

Wir können einige Zeichen der Zeit erwähnen: Das Grafikkollektiv GRAS – eine legendäre radikale Gruppe von Künstlern aus den frühen 70er Jahren – wurde dieses Jahr sowohl im Rogaland Art Museum als auch in der Galerie F15 ausgestellt. Sie sind sogar in Ekebergs Jubiläumsausstellung enthalten. Anfang Herbst hatten wir auch die Ausstellung Steder / Places mit den dazugehörigen Konferenzaktivitäten in Lillehammer und die Kunstparade Oslo Open mit offenen Galerien in der gesamten Hauptstadt. Zumindest hatten beide politische Untertöne. Später im Herbst können wir auch eine größere Konferenz zum Thema "Kunst und Politik in einer neuen Ära" in Bergen erwarten.

Parallel zum erneuten Interesse junger norwegischer Künstler an politischer Kunst – eine Tendenz, die häufig mit der Ausstellung Documenta 11 aus dem letzten Jahr verbunden ist – gab es auch ein erneutes Interesse an der theoretischen Kunstdebatte, insbesondere an Fragen zur sozialen Rolle der Kunst zentral. Wir glauben, dass Jon Ove Steihaug von der neu eröffneten Website kunstkritikk.no dies auch weiterhin tun wird: "Kunst und Politik werden in naher Zukunft zweifellos auf der Tagesordnung der norwegischen Kunstdebatte stehen", schreibt er.

Natürlich kann eine einzelne Arbeit die Welt nicht verändern. Darüber hinaus besteht ein eingebauter Kontrast zwischen der Beständigkeit und Langsamkeit der Kunst und den aktuellen Angelegenheiten und der Volatilität der fernsehvermittelten Politik.

Die soziale oder politische Rolle der Kunst muss daher in jenen Teilen der Öffentlichkeit liegen, die Zeit für die Reflexionsprojekte der Kunst haben. Indem Kunst Teil des großen Gesprächs ist, kann sie diskursiv in ein soziales Feld eingreifen. Und dadurch politische Bedeutung gewinnen.

In Morgenbladet und Klassekampen war Bendik Wold die treibende Kraft hinter einer Debatte über das sogenannte "Kunstautonomieproblem". Er kritisiert insbesondere die Sicht der AKP auf Literatur aus den siebziger Jahren – wo Literatur auf eine revolutionäre Vorbereitungsübung reduziert wird. Gleichzeitig kritisiert er die Tendenzen der Gönner in der derzeit populären Vorstellung von kulturellem Sponsoring aus der Privatwirtschaft, um über knappe Kulturbudgets zu spekulieren. Wold präsentiert eine Sicht der Kunst, in der das Kunstfeld eine relativ unabhängige Position in Bezug auf das wirtschaftspolitische Feld einnimmt.

Wold beschäftigt sich jedoch hauptsächlich mit Kunst Produktionsbedingungen.

Aber das ist gerecht en der Voraussetzungen für eine politische Funktion der Kunst. Zugegebenermaßen ist die "Distanz zu Staat", die in der norwegischen Kulturpolitik zwischen Staat und Kunst bestand, eine materielle Voraussetzung dafür, dass Kunst autonom handeln kann. Aber Distanz ist hier ein ungenaues Konzept. Es ist besser zu sagen, dass Kunst in Bezug auf die Gesellschaft eine Grenzposition einnimmt. Es könnte vielleicht als liminal bezeichnet werden (von Limes, den Grenzgebieten des Römischen Reiches, in denen die Kontrolle über die Zentralmacht schwächer war). Durch das Ziehen von Wechseln an dieser Position gewinnt die Kunst an Macht scheinen wie Kunst im aufgeklärten öffentlichen Gespräch. So manifestiert es sich als unverwechselbarer und reflektierender Beitrag für die Öffentlichkeit. Durch das Anderssein wird Kunst zur Kunst und ruft die Codes zum Lesen von Kunst auf. Und es ist diese Begrenztheit, die politische Kunst von politischem Kitsch trennt – zum Beispiel die AKP-Literatur oder GRAS 'Mao bei Sonnenaufgang.

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