Rolf Hiller
Rolf Hiller kommentiert den norwegischen Film während der Nordischen Filmtage in Lübeck 1969. Aus der Sendung Studio 69 von NRK, erhältlich auf nrktv.no

Kulturell in dein eigenes Nest scheißen


1. NOVEMBER 1969: Beobachtungen von Sigurd Evensmo

Email: singur@nytid.com
Veröffentlicht am: 2019

Vor ein paar Wochen hatte "The Film Magazine" im Fernsehen einen Spielfilm an nordischen Filmtagen in Lübeckund der per E-Mail versandte Mitarbeiter nutzte natürlich die Bemühungen, einige deutsche Aussagen zur Qualität norwegischer Filme zu erhalten. Natürlich? Ja natürlich Damit diese Deutschen erkennen können, dass norwegischer Film etwas Scheißees ist, und sollte ein kultureller Norweger die Chance haben, solche Zeugnisse aus dem In- und Ausland zu erhalten? Die deutschen Profis haben ein so unhöfliches Wort wie das erwähnte nicht direkt verwendet - im Gegenteil, sie haben es gepflegt und fast gnädig gesagt, dass wir nicht gut genug sind. Es gibt genau dort einen nicht unbedeutenden Punkt. Hätten sie Scheiße gesagt, wäre das große Publikum des Fernsehens vielleicht ein wenig verärgert in den Sesseln gewesen und hätte sich und andere zumindest gefragt, was für starke Richter diese Art von Worten seien und wie viele sie tatsächlich von den Ungefähren gesehen hätten. 250 Spielfilme aus Norwegen. Aber mit seiner kultivierten Form könnte das deutsche Merkmal in die meisten Norweger hineinschlüpfen, weil in diesem Land eine langjährige Anfälligkeit für die Vernichtung von Urteilen der norwegischen Kultur seit langem entwickelt ist.

Das kann man kürzer und klarer sagen: In einem Land, in dem Kritiker und andere Kulturschaffende es sich zur Gewohnheit gemacht haben, in ihren eigenen Nestern zu skaten, dulden wir auch gelegentliches Klappern von außen. Ja, bring sie nach Hause.

Wenn ich die kleine TV-Folge in "The Movie Magazine" rausbringe, liegt das daran, dass sie in ein größeres Muster fällt. Ihre Ursprünge reichen bis in die dänische Zeit zurück, und die Tradition hat sowohl 1814 als auch 1905 und alle Arten nationaler Selbstbehauptung überlebt. Doch kaum zuvor ist diese Besonderheit in ihren Auswirkungen so scharf und negativ aufgetreten wie in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

Bezeichnenderweise gilt dies vor allem für die Minderwertigkeit Norwegens im Vergleich zwischen dem eigenen kulturellen Leben (wenn man es wagt, ein solches Wort zu verwenden) und den Bedingungen in Schweden und Dänemark. Ob in der Literatur, im Film, im Theater oder in anderen Künsten, wir sind seit einem Vierteljahrhundert davon überzeugt, dass Norwegen nicht nur generell im Rückstand ist, sondern fast wie ein Carjol auf die schwedische und dänische Kulturautostrada wirkt. Es sind unsere einheimischen Kulturkritiker, die sich dieser Aufgabe gestellt haben, und die Jahr für Jahr unermüdlich hämmern. Was müssen wir tun? Gegen die Üppigkeit Schwedens, gegen die Moderne von…


Lieber Leser. Sie haben jetzt die 3 kostenlosen Artikel des Monats gelesen. Also auch nicht einloggen Wenn Sie ein Abonnement haben oder uns durch ein Abonnement unterstützen Zeichnung für freien Zugang?

Abonnement NOK 195 / Quartal