Die Klimakrise


Andreas Malm ist ein scharfer und klarer Kritiker der Umweltzerstörung des Kapitalismus. Jetzt tobt er gegen eine "reaktionäre Umweltbewegung" und will den Naturbegriff retten, um die Natur zu retten.

Philosoph. Permanenter Literaturkritiker in MODERN TIMES. Übersetzer.
Email: andersdunker.contact@gmail.com
Veröffentlicht am: 2018
Der Fortschritt dieses Sturms. Natur und Gesellschaft in einer wärmenden Welt
Autor: Andreas Malm
Verlag: Verso Books, USA

Andreas Malms vorheriges Buch Fossiles Kapital - Der Aufstieg der Dampfkraft und die Wurzeln der globalen Erwärmung (2015) erlangte den wohlverdienten Ruf einer brillanten Mischung aus quellenbasierter Geschichtsforschung und politischem Denken. Kohle und Öl sind der Schlüssel zum Verständnis der Globalisierung und der modernen Gesellschaft: Die geologischen Energiebestände haben sich für das grenzenlose Wachstum geöffnet, das zum Markenzeichen des Kapitalismus und des Ehrgeizes von Imperien geworden ist. Jetzt, da die Grenze immer noch erreicht ist, während die Vorräte zur Neige gehen, scharen sich die alternden Reiche des Westens mit dem Rest der Welt, um die letzten 30 Prozent der fossilen Ressourcen der Welt zu verbrennen. Wir wissen, dass es tödlich sein wird, sie zu benutzen, und sind daher mit offenen Augen auf dem Weg in den Sturm.

In seinem neuen Buch verwendet Malm den Sturm als erweiterte Metapher: Konkrete Wirbelstürme und Feuerstürme werfen ebenfalls grundlegende Fragen auf. Ist es die Natur, die jetzt die Gesellschaft bedroht, oder ist es jemals die Gesellschaft, die die Natur durch Sekundäreffekte bedroht? Oder ist es der Kapitalismus, der zur neuen Kraft geworden ist, die sowohl mit Überhitzung als auch mit Chaos droht? Die Klimakrise hat auch eine geschaffen konzeptuell Chaos, sagt Malm, was im schlimmsten Fall bedeutet, dass wir nicht mehr erkennen, worum es geht.

Zornige Kritik

Es beginnt mit der Blütezeit der Postmoderne in den 90er Jahren, als Bill McKibben mit seinen Postulaten den Umweltschutz in einen gefährlichen Kurs verwandelte Das Ende der Natur. Mit einem guten Gespür für Dramatik wies er darauf hin, dass das vom Menschen verursachte Klima alle Ökosysteme auf dem Planeten beeinflusst. Es gibt keine eigenständige, unberührte Natur mehr - und daher sollte der Naturbegriff auch ein Märchen sein. Hier liegt ein offensichtlicher und gefährlicher Irrtum, betont Malm: Die Beeinflussung der Natur ist nicht dasselbe wie das Verschwindenlassen, geschweige denn das Erschaffen oder Konstruieren derselben - ganz gleich, wie wir den Naturbegriff verdrehen. So wenig wie Kohle und Öl ein Produkt unserer Konzepte sind, ist die globale Erwärmung ein "Diskurs" oder eine "Erzählung", die dekonstruiert werden kann.

Wir können die Erde nicht brennen lassen, während wir auf Beweise warten.

Donna Haraway wird vorgeworfen, alle Unterschiede aufzulösen, nicht nur zwischen Natur og Gemeinschaft, aber dazwischen selbst und es andre, sannhet og Lüge, Grundlage og Überbau. Wenn sich alle Gegensätze in Hybriden auflösen und zu einer formlosen Einheit verschmelzen ...


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