Große Momente der Unvollkommenheit


Guttorm Nordø inszeniert unsere Erfahrung, in der Welt zu sein - als wären wir gerade angekommen.

Autor und Essayist.
Email: ekio@online.no
Veröffentlicht am: 2016

Ausstellung: Guttorm Nordø: Eine Hommage an die öffentliche Bibliothek. Deichman Library 11. März - 28. August 2016

Jedes Mal, wenn ich Guttorm Nordøs alberne Zeichnungen sehe, weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Sie bringen uns in Anerkennung von etwas in uns ins Bett, von dem wir nicht einmal wussten, dass es etwas gibt. Kurz gesagt, Guttorm Nordø konfrontiert uns mit unserem Wahnsinn. Er hat die seltene Fähigkeit, uns zur Befreiung zu bewegen. Nordøs Kunst bringt uns zu einer Erkenntnis: Der Weg zur Normalität führt durch den Wahnsinn, das heißt durch Nordøs künstlerische Interpretation des Lebens.
Wie so ein populärer Künstler Ende des XNUMX. Jahrhunderts in Norwegen entstand, soll hier nicht beantwortet werden. Aber ein Leben lang hat Guttorm Nordø mit subtilen, prüfenden Blicken - mit Empathie und Engagement - das Spektrum menschlicher Operationen aufgezeichnet und aufgezeichnet, wie es ausgedrückt wurde, bevor wir sie verhüllt und in verzierte Selbstbilder verwandelt haben. Er zeigt uns, wer wir sind, bevor wir sind. Und in dieser schmucklosen Darstellung unserer Begegnung mit den Leidenschaften bleibt die Schönheit von Nordøs Kunst erhalten.
Ein Mann wird von seinem eigenen Knochen aufgefressen; ein menschlicher Hund auf Schlittschuhen geht auf einmal in alle Richtungen; ein Stierkämpfer hat mehr Angst vor sich selbst als vor dem Stier; Tanzen der Mann und die Frau, lieben sie oder kämpfen sie? In einem Bild steht eine Frau bereit, die Kreatur eines verschleierten Mannes mit einer Axt niederzuschlagen, in dem nächsten Bild wird der Mann mit seinem völlig verwirrten Selbst konfrontiert.
Wut und Zorn, Triumph und Niederlage, tiefste Sehnsüchte und missverstandene Kommunikation und nicht zuletzt allgegenwärtiges Staunen und Verwirrung begegnen uns in diesen Figuren. Bild für Bild inszeniert Nordø unsere Erfahrung, in der Welt zu sein, wie wir gerade angekommen sind, was wir sind. Träume, Sexualität und Gewalt, der Gedanke, zu essen und gegessen zu werden, zu jagen und gejagt zu werden, werden in ein Theater geworfen, in dem Nordø mit seiner Suche nach Comedy das, was hinter unseren Erfahrungen steckt, in ikonische Kunst verwandelt.

Screen Shot 2016-03-16 bei 13.09.06Wie bei Chagall wir sehen alles wie es sich entfaltet. Das Ereignis und die Wirkung davon werden gleichzeitig dargestellt: In einer Doppelbelichtung wird das, was mit uns passiert, erzeugt, während wir uns der Welt und ihren Operationen ergeben. wird gelebt, geschüttelt, geschlagen, ...


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