Asyl verfolgen. Regie Eva Orner

"Bleib weg, sonst behandeln wir dich wie Tiere"


Chasing Asylum bietet einen aktuellen kritischen Blick auf Australiens grausame Flüchtlingspolitik.

Wieczorek ist ein in Paris lebender Kritiker.
Email: dieter@gmail.com
Veröffentlicht am: 2017
Asyl verfolgen.
Regisør: Eva Orner
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Am 19. Juli 2013 wurde Australien als eines der schlimmsten Länder der Welt für Asylbewerber bekannt. Von diesem Tag an wurde den Bootsflüchtlingen der Zugang zu australischem Boden verwehrt. In australischen Gewässern angehaltene Flüchtlinge wurden in Internierungslagern auf den abgelegenen Inseln Manus (Papua-Neuguinea) und der Republik Nauru gesichtet.

Die Lebensbedingungen dort waren einfach unmenschlich. Die Flüchtlinge wurden in Zelten oder Notunterkünften bei drückenden Temperaturen ohne hygienische Maßnahmen zusammengepackt, mit unzureichenden und oft miserablen Toiletten, fehlendem Trinkwasser und keiner Möglichkeit der Privatsphäre. Allein in Nauru wurden 20 Flüchtlinge auf unbestimmte Zeit eingesperrt, ohne Aussicht auf Verteidigung oder Hoffnung auf bessere Bedingungen.

Journalisten oder Filmemacher durften die Internierungslager nicht betreten. Kameras waren verboten. Deshalb musste Oscar-Preisträgerin Eva Orner den Dokumentarfilm aufbauen Asyl verfolgen - eine amerikanisch-australische Koproduktion - heimlich in Lagern gedreht, sofort gefilmt und stark fragmentiert. Die Gesichter der Zeugen, Flüchtlinge sowie des Lagerpersonals sind oft verborgen - um sie zu schützen. Alle reden von weit verbreiteter Selbstverletzung unter den Flüchtlingen - von Kürzungen bis zu Selbstmordversuchen durch Vergiftung oder Erhängen.

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Ignorierte die Weltgemeinschaft. Die von der australischen Regierung verfolgte Strategie, um zu verhindern, dass Flüchtlinge in Australien Zuflucht suchen, bestand darin, ein erschreckendes Bild der Haftbedingungen zu zeichnen. Gleichzeitig versuchten sie, die barbarischen Verhältnisse der eigenen Medien zu verbergen, um keine Einmischung oder Fragen zu riskieren. Diese Strategie war ein Erfolg und der Strom von Bootsflüchtlingen nach Australien stoppte. Laut UNHCR sind jedoch etwa 10 Asylbewerber in der indonesischen Stadt Cisarua gestrandet.

Australien ignorierte Vorwürfe von Verstößen gegen die Internationale Erklärung der Menschenrechte und andere internationale Verträge, einschließlich der Flüchtlingskonvention von 1951, und investierte jährlich 12 Milliarden australische Dollar in den Betrieb der Internierungslager Manus und Nauru. Die Flüchtlinge waren gefangen, hatten keinen Zugang zu Grundversorgung, keine Schulbildung für die Kinder und keinen Schutz vor den schädlichen Bedingungen, die sich daraus ergaben, dass sie als Tiere im Inneren eingesperrt waren.

Orner wurde gedroht und der Unterzeichnung beschuldigt ...


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