ALLE BILDER DIESE SEITEN: Julian Rosefeldt: Manifest, 2014/2015. © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Fünf Szenen aus Berlin


Hat die Reihe der Erscheinungsformen in der Geschichte heute Gültigkeit? Nachdem das "Chamäleon" Cate Blanchett historische Manifestationen über 13 verschiedene Charaktere zitiert hat, lautet die Antwort "Ja".

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Veröffentlicht am: 2016
Manifest
Regisør: Julian Rosefeldt
(Berlin)

Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart, Berlin

Julian Rosefeldt laufende Ausstellung Manifest ist sozusagen beeindruckend. Im Hamburger Bahnhof in Berlin sind 13 Videoarbeiten mit Schauspielerin Cate Blanchett in ebenso vielen Rollen zu sehen. Sie spricht aus Manifesten, ganz wie aus denen von Marx und Engels Das kommunistische Manifest (1848) und bis zu unserer Zeit mit Goldene Regeln des Filmemachens von dem Amerikaner Jim Jarmuch (2004). Es ist also eine Frau, die inhaltliche Appelle macht, die größtenteils von jungen, mit Testosteron gefüllten Männern gemacht werden - jungen Generationen von Sturm und Drang. Tatsächlich waren Marx und Engels erst 29 und 27 Jahre alt, als sie Arbeiter in allen Ländern aufforderten, sich zu vereinigen.
Rosefeldt sagt in einem Interview, dass er 60 Absätze aus dem Buch ausgewählt hat 100 Künstlermanifeste (Alex Dachev, 2011), insbesondere aus der europäischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts und der Neo-Avantgarde der 60er Jahre. Lass mich fünf Videos von mir machen Manifest:

09_Julian_Rosefeldt_ManifestoDada. Ein Friedhof bewegt sich auf einen bewaldeten Friedhof zu, zoomt von den Baumwipfeln herab zur Versammlung um den Sarg, bevor er in den Boden gesenkt wird. Als ob die Witwe über ihren Ehemann sprach, lauteten Blanchetts Worte: "Es gibt keinen Anfang, wir sind nicht sentimental. Du stirbst als Held oder als Idiot, was dasselbe ist. Sie können ein neues Leben haben. Aber Sie haben einige schlechte Gewohnheiten. Sie mögen zu gern, was Sie lieben gelernt haben: Friedhöfe, Melancholie, tragische Liebe ... luftige Gedanken und nicht existierende Abstraktionen, Dogmen. Du hast zu viel Angst, um es noch zu glauben. "Blanchett schimpft fast mit dem ganzen Publikum um den Sarg herum:„ Du bist alle Idioten. Du bist wie deine eigene Hoffnung: nichts. Wie ihre Vorbilder: nichts. ... bevor ich ihren Appetit auf Orgasmen, Philosophie, Pfeffer und metaphysische, mathematische und poetische Gurken auslösche ... Wir sind die Mörder all ihrer kleinen Neugeborenen ... "Blanchett steht da, verflucht mit seinen rot-orangefarbenen Haaren. Der Sarg wird bald in den Boden gesenkt. Sie wollte eine ganz neue, starke Kunst, "jenseits jeglichen Verständnisses". Aus dem Dada-Manifest, 1918.

Jeder ehrliche Intellektuelle, Schriftsteller oder Künstler muss "die Künste der Kunst zuliebe" verlassen und den Konflikten seiner Zeit gewachsen sein.

Situationismus. In einem…


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