Es sofort unwürdig und würdig zu zeigen


INKLUSION / AUSSCHLUSS: Ein weißer südafrikanischer Fotograf schildert die Bemühungen, in den informellen städtischen Gebieten zu gehören und sich unter der ständigen Bedrohung des Abrisses weiterzuentwickeln.

Trige Andersen ist freie Journalistin und Historikerin.
Email: nina.trige.andersen@gmail.com
Veröffentlicht am: 2019
Heimaten
Autor: Pieter de Vos
Verlag: Tageslichtbücher, Kanada

"Obwohl informelle Siedlungen nicht akzeptabel sind, gibt es etwas, das besonders erhaltenswert ist", schreibt der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf einen Wohnort, Leilani Farha, im Vorwort zu Pieter de Vos Fotobuch Homelands. Hierbei handelt es sich nicht um israelische Siedlungen im Gazastreifen, sondern um die unzähligen vorübergehenden Wohnsiedlungen, die in den meisten größeren Städten der Welt anzutreffen sind.

Der südafrikanische Fotograf Pieter de Vos hat den Alltag in Woodlane Village, einer informellen Siedlung am Stadtrand von Pretoria, Südafrika, dokumentiert, um zu verstehen, "wie Menschen Heimat und Zugehörigkeit in einer Gemeinschaft erleben, die im Spannungsfeld zwischen Inklusion und Exklusion steht". Es ist eine Reihe von ästhetisch beeindruckenden Bildern mit Sinn für Details.

Heimaten

Zugehörigkeit und Fremdheit

Die Hauptfigur in der Erzählung, die sich entfaltet Heimatenist Donald Banda, der zwei Jahrzehnte unter Apartheid im Gefängnis verbracht hat und sich seitdem in Woodlane Village niedergelassen hat. Donald Banda und Pieter de Vos haben ihr Heimatland Südafrika gemeinsam, aber nicht viel anderes als eine enge Freundschaft, die sich aus den Monaten ergibt, die sie während des Fotoprojekts des letzteren zusammen verbracht haben.

Pieter de Vos selbst - der Weißafrikaner - wanderte mit seiner Familie nach Kanada aus, weil seine Eltern die Brutalisierung der Gesellschaft in den 1980er Jahren nicht ertragen konnten. Im Gegensatz zu Leuten wie Donald Banda konnten sie sich entscheiden, sie mitzunehmen. Für die Fotografin wurde das Fotoprojekt in Woodlane Village auch zu einer Möglichkeit, ihre eigene Migrationsgeschichte, ihr ausgefranstes Zugehörigkeitsgefühl und ihr Fremdheitsgefühl zu verstehen.

Heimaten zeichnet sich auch durch Pieter de Vos 'eigenen Blick auf den Alltag in Woodlane Village aus und nicht - wie er im Vorwort verspricht - durch die eigenen Geschichten der Bewohner. Laut Pieter de Vos war die fotografische Darstellung ein gemeinschaftlicher Prozess mit Anwohnern, und das "Herz" des Buches besteht aus Donald Bandas "miteinander verbundenen und transversalen Erzählungen".

Abonnement NOK 195 Quartal