Eine moderne Sicht auf Afrika


Die Anthologie präsentiert 13 Texte mehrerer renommierter Afrikaner. Der Herausgeber und Professor Nic Cheeseman schafft es, ein neues und modernes Verständnis des afrikanischen Staates zu vermitteln.

Hansen ist Professor für Sozialwissenschaften an der UiS und regelmäßiger Gutachter in MODERN TIMES.
Email: ketil.f.hansen@uis.no
Veröffentlicht am: 2018
Institutionen und Demokratie in Afrika: Wie die Spielregeln die politischen Entwicklungen beeinflussen
Autor: Nic Cheeseman (Hrsg.)
Verlag: Cambridge University Press, Vereinigtes Königreich

Dann das Buch des französischen Politikwissenschaftlers Jean-François Bayart L'Etat und Afrique. Lass die Politik warten 1993 in englischer Sprache erschienen, entwickelte es sich schnell zu einem internationalen Bestseller und Lehrplan für Afrikastudien weltweit. Das Buch prägte eine ganze Generation afrikanischer Wissenschaftler, seien es Politikwissenschaftler, Historiker oder Anthropologen. Bayart argumentierte, dass afrikanische Staaten nach völlig anderen Prinzipien als Staaten in Europa operierten: persönliche Beziehungen, ethnische Loyalitäten und traditionelle Formen der Autorität, die oft als "Neo-Patrimonialismus" bezeichnet werden, prägten und regierten den afrikanischen Staat. Formale Institutionen hatten keinen wirklichen Einfluss und existierten nur als inhaltslose Fassaden. Patrick Chabal und Jean-Pascal Daloz haben dieses Verständnis mit dem Buch untermauert Afrika funktioniert (1999), wo sie darauf bestanden, dass es informelle Institutionen - Normen, (Un-) Gewohnheiten, traditionelle Bindungen, ethnische Zugehörigkeit - waren, die Afrika zum Funktionieren brachten. Wir, die wir in den 90er Jahren Afrika studierten, waren fasziniert, fasziniert und stark von diesen Ideen beeinflusst.

Jetzt endlich ein kleines Gegengewicht: Nic Cheeseman hat 16 Afrikaner renommierter Universitäten wie Cambridge, Oxford, LSE, Cornell und UCLA eingeladen, die 13 Kapitel des Buches zu verfassen. Das Ergebnis bietet fast 400 eng geschriebene Seiten mit empirisch fundierter Kritik am Verständnis des afrikanischen Staates in den 90er Jahren. Cheeseman selbst liefert eine sehr informative und verbindliche Einleitung und Schlussfolgerung und beschreibt die Notwendigkeit, einen neuen theoretischen Rahmen für das Verständnis des afrikanischen Staates zu schaffen, der auf der Tatsache beruht, dass beide formelle und informelle Institutionen sind im heutigen Afrika wichtig.

Demokratisierung

Die Anthologie besteht aus sehr guten Kapiteln, die alle das Verständnis von Bayart, Chabal und Daloz über den afrikanischen Staat in Frage stellen: über Bürokratien (Anne Pitcher und Manuel Teodoro); Finanzinstitute (Leonardo Arriola); die Gerichte (Peter VonDoepp); die Polizei (Peace Media). Einen besonderen Eindruck machen die Kapitel zu den Wahlen (Carolien van Ham und Staffan Lindberg) und zu den Zwängen bei der Wiederwahl der Präsidenten (Daniel Posner und Daniel Young).

Das beste Buch über Demokratisierung in Afrika seit vielen Jahren.

Mehrparteienauswahl steht für eine unerlässliche Voraussetzung für moderne Demokratien und ist gleichzeitig eine der klarsten formalen Institutionen im heutigen Afrika, schreibt Van Ham und Lindberg. Sie erinnern uns daran, dass etwa die Hälfte der afrikanischen Länder während der ...


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