Foto: Ranveig Eckhoff

Eine langbeinige, kohlefressende Heuschrecke


Braunkohle ist die schmutzigste aller Energiequellen. MODERN TIMES besuchte kürzlich das schrumpfende Bergwerk Jänschwalde in Deutschland. Bisher war der Besuch der Bergbaulandschaft der Öffentlichkeit strengstens untersagt.

Eckhoff rezensiert regelmäßig MODERN TIMES.
Email: ranveig.eckhoff@posteo.net
Veröffentlicht am: 2018

Braunkohle ist die schmutzigste aller Energiequellen. Experten zeichnen ein klares Bild: Nur 35 Prozent der erzeugten Energie werden in Strom umgewandelt, und der CO2-Ausstoß ist mehr als doppelt so hoch wie bei fossilem Gas. Braunkohle ist genauso billig und wettbewerbsfähig, weil die Hersteller unsere Atmosphäre als kostenlose Lagerstätte für Kohlendioxid (miss) nutzen. Der europäische Emissionshandel mit seinen Tiefstpreisen pro Tonne CO2 hat sich bisher kaum verändert.

Deutschland hat in den letzten 20 Jahren Pionierarbeit in der Entwicklung erneuerbarer Energien geleistet: Der Anteil ist von 7 Prozent im Jahr 2000 auf 36 Prozent im Jahr 2017 gestiegen. Dennoch ist der CO2-Ausstoß nicht in gleichem Maße gesunken, da das Land jedes Jahr mehr und mehr Braunkohlenströme in seine Nachbarländer exportiert. . Die Verbraucher kaufen dort den billigen Strom, während die CO2-Emissionen in den Haushaltsklimakonten erscheinen. Deutschland wird also nur seinen guten Ruf als Energiewende-Länder, wenn es politische Entscheidungen trifft, um die Kohle rechtzeitig zurückzutreten. Wenn dies nicht geschieht, ertönt die Warnung, das Land wird alle seine Klimaziele verfehlen.

In Brandenburg

Ich liege auf dem Rücken im Zelt und höre den Morgentrommeln der Vögel zu. Goldene Strahlen spielen über die Leinwand, und ich folge dem stolpernden Schatten einer Wippe. Meine Teamkollegen sind schon auf den Beinen. Das Aroma von frisch gebrühtem Kaffee ist verlockend, um den Tag zu beginnen - was Sie sonst nicht mit einem besonders idyllischen Programm verführt. Wir begeben uns auf eine Reise in eine kühle schwarze Welt - eine Welt, die in der DDR als "Flamme des Sozialismus" bezeichnet wurde.

Der Bagger ist 650 Meter lang, 72 Meter hoch und 30 Tonnen schwer.

Schon lange habe ich diesen Ort ausschließlich mit Musik verbunden: Johann Sebastian Bachs Brandenburg Konzerte. Jetzt sind wir hier in Brandenburg, nahe der Grenze zu Polen. Hier gehts
Bergbauunternehmen Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) zwei seiner vier Tagebau - Bergbau mit Tagebau. "Schwarzes Gold" nennt man sie nicht mehr, die 900 Millionen Tonnen Braunkohle, die noch hier sind, reichen aus, um mehr als sechs Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen und 8000 Menschen mit Arbeit zu versorgen. Für Kohle gibt es neben einer verlierenden Investmentbranche auch eine gigantische Umweltverschwendung auf dem Weg aus der Zeit. Es fragt nur, wie schnell. Deutschland hat die Welt zu seinen stolzen Klimazielen erklärt, und es steht viel auf dem Spiel.

Sterbende Industrie

Heute haben wir ein Treffen mit Bodo vereinbart. Einmal war er Bergmann; jetzt ist Bodo…

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