Abb. Vincent di Silvestro

Eine digitale Allmacht?


Der Facebook-Skandal im vergangenen Jahr zeigt, wie nachlässige Social-Networking-Anbieter die Daten ihrer Nutzer umgehen - und welche kolossalen Herausforderungen "The Big Four" unserer Demokratie stellen.

Dolata ist Professorin für Sozialwissenschaften an der Universität Stuttgart.
Email: dolata@nytid.com
Veröffentlicht am: 2019

Fast alle Internetnutzer nutzen mindestens ein Angebot der führenden Internetkonzerne Apple, Google, Amazon und Facebook. Die Marktmacht dieser vier bedeutenden Segmente des kommerziellen Segments des Internets hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Infolgedessen haben die Gruppen auch enorme soziale Bedeutung erlangt. Die Benutzer verbringen nicht nur den größten Teil ihrer Internet-Zeit auf ihren Plattformen, sondern ihr Online-Verhalten wird auch maßgeblich durch Standardeinstellungen, Funktionen und algorithmische Sortier- und Auswahlfunktionen gesteuert, die unterworfen sind und kaum verwaltet werden vermeiden.

Für das digitale Zeitalter ist eine öffentliche Medienaufsicht erforderlich.

Eine immer dringender werdende Frage ist, wie der wachsende Einfluss der Internetgruppen begrenzt werden kann. Die verschiedenen Vorschläge, die in dieser Debatte aufgetaucht sind, reichen von einer strengeren politischen Kontrolle und Regulierung der Gruppen, um sie zu spalten oder vollständig aufzulösen. Daher stehen zwei politische Einflusspunkte im Mittelpunkt: die Möglichkeiten zur Begrenzung ihrer Marktmacht und unterschiedliche Ansatzpunkte für eine strengere öffentliche Kontrolle ihrer Plattformen, die für den öffentlichen Diskurs und die Online-Meinungsbildung nach und nach eine beispiellose Bedeutung erlangt haben.

Wirtschaftskraft

Aber worin besteht die Macht von Internetgruppen wirklich? Sie verfügen jetzt über beträchtliche finanzielle Ressourcen, mit denen sie neue Wettbewerber auf Distanz halten können. Ein Blick auf die Geschäftsberichte 2017 zeigt, dass die Unternehmen sehr hohe Umsätze erzielen: Apple erzielte 229 Milliarden US-Dollar, Amazon 178, Google 111 und Facebook 41. Die ersten drei gehören zu den 50 größten Unternehmen in den USA - und Facebook ist auf einem guten Weg einer von ihnen zu werden. Sie sind alle seit vielen Jahren sehr profitabel. Im vergangenen Jahr erzielte Apple mit Google 50 und Facebook 13 Gewinne in Höhe von fast 16 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommt der ungewöhnlich hohe Börsenwert.

Die Summe davon versetzt diese Konzerne in die Lage, massiv in die weitere Expansion zu investieren und die Distanz zu Wettbewerbern weiter auszubauen sowie jederzeit für sie interessante Technologieunternehmen zu übernehmen oder potenzielle Wettbewerber durch den Kauf vom Markt zu entfernen up. Zum Beispiel kaufte Facebook den WhatsApp-Messaging-Dienst 2014 für 19 Milliarden US-Dollar, 2017 übernahm Amazon die Lebensmittelkette Whole Foods für knapp…


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