Eine Warnung an den aufgeklärten Verbraucher


"Sie sagen, ich kann die Welt retten ... Die Orang-Utans, Delfine, das Meer, der Regenwald und sogar die Menschheit - alles was ich tun muss, ist nachhaltige und faire Produkte zu kaufen. Aber das ist eine Lüge. "

Zajc ist Medienautor, Forscher und Filmkritiker. Sie lebt und arbeitet in Slowenien, Italien und Afrika.
Email: melita.zajc@gmail.com
Veröffentlicht am: 2018
Die grüne Lüge
Regisør: Werner Boote
(Österreich)

Filmregisseur Werner Boote (bekannt für die Filme) Plastic Planet og Alles unter Kontrolle) und Kathrin Hartmann, Umweltschützerin und Nachhaltigkeitsexpertin, haben gemeinsam Dokumentarfilme gedreht. Die grüne Lüge enthüllt die bittere Wahrheit hinter "umweltschonendem Konsum" und weist auf ethischen Konsum als den neuesten Stand der Gehirnwäsche hin: "Greenwashing". Der Film wird vom Österreichischen Filminstitut, dem Wiener Filmfonds und dem ORF gefördert. Mit seiner menschlichen Ich-Erzählung spricht es sowohl das Kunstfilmpublikum als auch die Mehrheit der heutigen Verbraucher an. Ebenso wie die Finanzierung des Films wird das Publikum zusammengesetzt.

Struktur festziehen. Entgegen seinem weit gefassten Thema hat der Film eine enge dramatische Struktur mit zwei Hauptpfeilern: Einer ist der Protagonist, der während des gesamten Films eine wichtige Veränderung durchmacht. Der andere ist die Erzählweise, bei der es hauptsächlich um Kontraste geht. Das Porträt des Protagonisten - eines aufgeklärten und verantwortungsbewussten europäischen Verbrauchers, der sich am Anfang als jemanden definiert, der eine glückliche Kindheit hatte, der gelernt hat, freundlich, höflich zu sein, Streitereien zu vermeiden und normalerweise nach Harmonie zu streben - wird seinen Antagonisten gegenübergestellt : seine Kollegin Kathrin Hartmann, die Umweltschützerin und Mitautorin des Films ist, und andere Experten, die sie bei der Arbeit treffen und die Hartmann nach und nach dabei unterstützen, die unangenehmen Wahrheiten hinter den komfortablen Verbraucherideen von Boote aufzudecken.

Dank der narrativen Struktur des Films und der hervorragenden Fotografie von Dominik Spritzendorfer und Mario Hoetschl werden die Beispiele des Greenwashing ebenso gefiltert wie die Dialoge zwischen Boote und Hartmann und die Interviews mit Experten, Aktivisten und Protagonisten. Es wird zu einer informativen Reise durch die Welt.

Der Film enthüllt die bittere Wahrheit hinter umweltschonendem Konsum und verweist auf ethischen Konsum als die neueste Form der Gehirnwäsche: "Greenwashing".

Die Beispiele für grünes Waschen werden auch durch Kontraste dargestellt. Bei Felduntersuchungen von Palmölplantagen in Indonesien geht der Protagonist mit M & M-Bonbons in der Tasche umher und staunt über die karge, schwarze, rauchige Landfläche, in der der Regenwald niedergebrannt wird, um Platz für die Palmölplantage zu schaffen, aus der die Schlüsselzutat für seine Süßigkeiten hergestellt wird. Gleichzeitig erklären Aktivisten, wie Zertifikate für nachhaltig hergestelltes Palmöl zur "Reinigung" ...


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