Eine Hommage an die Heimat


On the Ruins of a Dream ist eine Übung, um darüber nachzudenken, was ein Zuhause bedeutet - aber auch, was es bedeutet, es zu verlieren.

Countries ist Filmautor, Regisseur und Autor für MODERN TIMES.
Email: ellen@landefilm.com
Veröffentlicht am: 2018
Auf den Ruinen eines Traums
Regisør: Hisham al-Zouki
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Ein schweres Vorhängeschloss hängt an einer schweren Metallkette. Ein Mann in einem gut geschnittenen Anzug schließt routinemäßig die Tür auf und enthüllt eine müllige, bombastische Ruine. Unter dem Schrott auf dem Boden findet er Reste von Fotografien - was ihn begeistert von einem einst üppigen Familienleben erzählen lässt. Jetzt ist in diesem Haus nur noch ein massives Bett mit einem prächtigen Kopfteil übrig, das sich dunkel gegen die Ruinen der Stadt drückt. Was ist hier noch übrig, das dieser Mann beschützen will?

Er ist einer von mehreren Familienvätern, die der in Oslo lebende syrische Regisseur Hisham al-Zouki auf dem schweren Weg zurück zu einem der Tausenden von syrischen Häusern geschafft hat, die heute nur noch in Erinnerung sind. Auf den Ruinen eines Traums wird zu einer Übung, die darüber nachdenkt, was ein Zuhause für den Einzelnen bedeutet - aber genauso viel, was das Berauben seines Zuhauses mit sich bringt.

Projektion unter der Lupe. Man kann sagen, dass Al-Zouki selbst im doppelten, vielleicht dreifachen Sinne verloren hat. Erstens wurde er 1987 bei Studentenprotesten in Damaskus verhaftet, die zu sieben Jahren Haft und Isolation von der Familie führten. Nach der Freilassung war die Verfolgung jedoch noch nicht beendet und er wurde wieder aus seinem Haus gezwungen. Al-Zouki erhielt 1995 in Norwegen politisches Asyl und ließ sich hier bei der norwegischen Familie nieder. Das Exil beraubte ihn für lange Zeit der Möglichkeit, in seine Heimat zurückzukehren.

Haus und Heim sind tidauf so viele verschiedene Arten.

Durch die enorme Zerstörung des Landes verliert er nun auch in einem ganz bestimmten Sinne sein Zuhause. In diesem Dokumentarfilm zeigt er sowohl seine Verletzlichkeit als auch die Trauer darüber, was Syrien nicht mehr mit seinen halb syrischen, halb norwegischen Kindern teilen kann. Wie bei unzähligen anderen Kriegsopfern existiert das Haus der Familie in Damaskus nur noch in Form von scharfen Videoclips von schlechter Qualität.

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Al-Zouki lässt diese Aufnahmen auf eine der wenigen intakten Mauern der Familienruine in der syrischen Hauptstadt projizieren. Vor uns sehen wir die verbrannten Obstbäume, die einst das kostbarste Schmuckstück und der größte Stolz der Mutter waren. Wir lernen sie als eine der wenigen Frauen im Film kennen - alle Mütter von Familienvätern, die ihr Zuhause verloren haben, ihre…


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