Eine Fallschirmlandung im Missionsarchiv


Der Dokumentarfilm Morten Vest stieß auf das Archiv der dänischen Abteilung der United Sudan Mission und mischte Teile von dort mit Interviews von heute. Das Ergebnis ist eine interessante, aber historische Geschichte.

Trige Andersen ist freie Journalistin und Historikerin.
Email: nina.trige.andersen@gmail.com
Veröffentlicht am: 2018
Der Retter
Regisør: Morten Weste
(Dänemark)

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Der Erlöste erzählt die Geschichte, wie eine kleine Gruppe dänischer Missionare eine große christliche Gemeinde von ihrem Stützpunkt im Gebiet Numan Bachama aus gründete, das sich heute im westlichen Teil Nigerias befindet. Die Geschichte des Films basiert auf den Terminkalendern des Missionars Niels Brønnum von 1913. Anfang 1913 unternahmen er und seine schwangere Frau Margaret Brønnum im Rahmen der United Sudan Mission - einem internationalen (amerikanisch dominierten) Projekt - ihre erste Reise in den "dunklen Sudan".

Zu Beginn des Films treffen wir die letzte dänische Missionarin in der Region, Rikke Vestergaard, die daran zweifelt, dass jemand sie ersetzen wird, wenn sie bald in Rente geht. Mission ist nicht mehr das, was sie war. Obwohl das Alter sie langsam belastet, sorgt ihr striktes Pflichtbewusstsein dafür, dass sie ihren Job im Sudan nicht mehr verlassen kann. Jedes Mal, wenn sie besucht Dänemark, scheint es, dass sie immer Wunder: „Was machst du denn hier, wo niemand braucht Sie?“

"Das Christentum wäre ohne die Mission kein Christentum gewesen."

Vestergaard ist es, die bei der Eröffnung des Films ein Unterthema formuliert, das ihrer Meinung nach nie zustande kommt: Die Muslime lassen ihren "heiligen Krieg" fallen und die Christen geben ihre Missionspflicht im Gegenzug auf. Das Christentum wäre ohne die Mission einfach nicht das Christentum gewesen, argumentiert sie. Nach der Rede von Vestergaard wird der Film archiviert, um den wahren Zweck der Mission des Vereinigten Sudan aufzuzeigen: Von Anfang an war diese Mission darauf ausgerichtet, die Ausbreitung des Islam in Afrika südlich der Sahara zu verhindern.

Problematische Zeugenaussagen

In Anbetracht der heutigen Boko-Haram-Bewegung in Nigeria ist eine Dokumentation über die kolonialistische Geschichte des Christentums in diesem speziellen Bereich von großer Relevanz. Dennoch ist es charakteristisch für den Film, dass er dieses besondere Merkmal der Mission des Vereinigten Sudan nicht kontextualisiert. Vielmehr haben wir den (falschen) Eindruck, dass der Kampf von Brønnum und Vestergaard gegen die Verbreitung des Islam ein wesentlicher Bestandteil der Mission als solche ist. Zum Material der Gegenwart gehören auch Interviews mit Behörden wie dem örtlichen Erzbischof und dem König von Bachama sowie namentlich genannten Personen, die als "Zeugen" vorgestellt werden. Dies scheint eine bizarre Kategorisierung zu sein - Zeugen was? Geschichte vielleicht. Aber jeder weiß ...

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