Währung der Sichtbarkeit


FOTOGRAFIE: Hannah Starkeys retrospektives Fotobuch zeigt eine reife Reise in den Augen von Frauen.

Countries ist Filmautor, Regisseur und Autor für MODERN TIMES.
Email: ellen@landefilm.com
Veröffentlicht am: 2019
Hannah Starkey
Autor: Fotografie 1997-2017
Verlag: Mack,

Für die Abschlussausstellung 1997 am Royal College of Art in London engagierte die Nordirin Hannah Starkey weibliche Schauspieler, um fotografische Rekonstruktionen der beobachteten Realität zu erstellen. Mit ihren sieben monumentalen Werken eroberte sie die britische Kunstszene im Sturm.

Starkey wurde schnell sein eigener Agent und wurde sowohl von Tate Modern als auch von Saatchi Gallery gekauft. Es war jedoch keine offensichtliche Erfolgsformel für die Karriere der Künstlerin, darauf zu bestehen, sich voll und ganz auf das Aussehen der Frauen zu konzentrieren. Ebenso fotografiert Starkey seit über zwanzig Jahren nur Frauen. Dieses retrospektive Fotobuch zeugt von ihrem allmählichen Bewusstseinsprozess.

Karikering

Die weibliche visuelle Repräsentation war lange Zeit sehr begrenzt. Fotokünstler wie die Amerikanerin Cindy Sherman und die Norwegerin Vibeke Tandberg spielen mit einer Schablonendarstellung der Frau, insbesondere unter Bezugnahme auf die archetypische Darstellung des Films. Starkey nutzt den Naturalismus über das Beobachtete - der in der leicht korrigierten Fassung nachgebildet wird - als Grundlage für seine fotografischen Arbeiten. Sherman, mit ihren verzerrten Porträts, die jetzt auf ihrem offenen Instagram-Account verfügbar sind, hat das Aussehen der Fixierung bewusst karikiert, indem sie die groteske Grenze dessen erkundet, was Schönheitsoperationen an Extremitäten bewirken können. Starkey geht den umgekehrten Weg und lässt das Flüchtige, spontan Poetische oder Malerische die Vielfalt der Frauen im visuellen Raum fördern.

BILD 1 "UNTITLED AUGUST 1999". HANNAH STARKEY © MACK

Shermans auffällige (Selbst-) Porträts wirken als krasse Kommentare in der öffentlichen Debatte. Hannah Starkeys Herangehensweise ist erhabener und sie ist selten auf dem Bild. Starkey liebt wie Tandberg den Alltag und nicht das Dramatische. Dort arbeitet Tandberg - wie in der Serie Zusammen leben - kommuniziert konzeptionelle Kraft und authentische Nerven auch in der Phase, in der sie teilnimmt, wird Starkeys Sinn für kühle Eleganz als Distanzschöpfer erfahren. Man mag sich fragen, ob Starkey selbst ein Opfer der Indoktrinierung des visuellen weiblichen Stereotyps ist, den sie ...


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