Es war einmal...
Es war einmal...

Die Traumfabrik und die Realität


FILM ÜBER DEN FILM: Quentin Tarantinos neuer Film ist eine großartige und faszinierende Hommage an Hollywood vor dem Hintergrund der Hippie-Zeit, des Vietnam-Krieges und der Missetaten der Manson-Familie.

Huser ist regelmäßiger Filmkritiker in MODERN TIMES.
Email: alekshuser@gmail.com
Veröffentlicht am: 2019
Es war einmal ... in Hollywood

Quentin Tarantino (USA 2019)

Kein einziger Filmemacher war in den Neunzigern so viel wie Quentin Tarantino. Als Drehbuchautor und Regisseur debütierte er 1992 mit dem unabhängig produzierten Spielfilm Reservoir Dogs, die beim Sundance Film Festival viel Beachtung fanden. Zwei Jahre später gewann er die Goldpalme in Cannes für die von Miramax finanzierte Pulp Fiction. Es ist schwer, sich die Klassiker der Neunziger vorzustellen Boogie Nights, Trainspotting oder Fight Club war ohne diese beiden Filme gemacht worden.

Etwa zur gleichen Zeit kam True Romance og Natürlich geborene MörderRegie führen Tony Scott und Oliver Stone mit dem Drehbuch von Tarantino. Diese beiden wurden auch sofort zu Kult-Erfolgen. Obwohl sie sich erheblich voneinander unterschieden hätten, wenn er sie selbst inszeniert hätte, haben sie dazu beigetragen, Tarantinos Position als erfrischende, neue Erzählstimme im amerikanischen Film mit einer fast unübertroffenen "Coolness" zu festigen. Ein Filmerzähler, der weder Angst vor Schock mit Gewalt noch vor Sprachgebrauch hatte (vor allem, wenn es darum ging, N-Wort-Reaktionen ausgiebig zu verwenden) oder unterhaltsam war - am liebsten mit denselben Zutaten. Und am liebsten zu den Tönen dezenter XNUMXer-Jahre-Songs.

Dialoge und Abschweifungen

Wo andere Filmemacher gelernt hatten, den Dialog auf ein Minimum zu beschränken ("show, don't tell!"), Ließ Tarantino seine Figuren in langen, gut geschriebenen und besonders witzigen Dialogsequenzen über Madonnenlieder, Hamburger und Fußmassagen diskutieren. Und nicht nur in den Dialogen erlaubte Tarantino Abschweifungen. Seine Filme machten oft verschiedene narrative Umwege, die die Erzählung als Ganzes gleichermaßen stärkten. Außerdem hatte er offenbar die Aussage von Jean-Luc Godard gefunden, dass ein Film einen Anfang, eine Mitte und ein Ende haben muss - aber nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Zum Beispiel Reservoir Dogs ein "heist" -Film, der niemals den Raub zeigt, um den es geht (mit einer narrativen Struktur, die von Kubricks inspiriert ist) The Killing), während Pulp Fiction Nicht chronologisch wechselt zwischen verschiedenen Geschichten, die sich gegenseitig beeinflussen und zu einem einzigartigen Ganzen ergänzen.

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