In Syrien geboren. Regie / Foto: Hernán Zin

Der Traum von Europa


Der in Syrien geborene Dokumentarfilm ermöglicht es uns, sieben syrische Kinder und ihre verschiedenen Routen nach und durch Europa kennenzulernen.

Huser ist regelmäßiger Filmkritiker in MODERN TIMES.
Email: alekshuser@gmail.com
Veröffentlicht am: 2017

Grundsätzlich haben in letzter Zeit eine Reihe von Dokumentarfilmen sowohl den Krieg in Syrien als auch den Flüchtlingsstrom aus diesem und anderen Konflikten aufgegriffen. Wie der Unterzeichnete hier in MODERN TIMES geschrieben hat, widmete die letztjährige Ausgabe des Internationalen Dokumentarfilmfestivals in Thessaloniki ein spezielles Programm Filmen über die brennende aktuelle Flüchtlingssituation. Und nicht zuletzt hat der Italiener Gianfranco Rosi für seinen ruhigen und kraftvollen Film viel und wohlverdiente Aufmerksamkeit erhalten - darunter den Goldenen Bären in Berlin und zuletzt eine Oscar-Nominierung Das Meer brennt, die auch hier in Norwegen Kinoverleih bekam. Dieser Dokumentarfilm zeigt die kleine und etwas verschlafene Gemeinde auf der Insel Lampedusa, die für viele Menschen, die die gefährliche Reise über das Mittelmeer unternommen haben, die erste Station in Europa ist, aber nur wenig zu den einzelnen Geschichten des Flüchtlings.

Geschichten für Kinder. Dies gilt jedoch auch für den in Dänemark und Spanien produzierten Dokumentarfilm In Syrien geboren, die diesen Monat auf dem Menschenrechtsfilmfestival Human Rights Human Wrongs in Oslo gezeigt werden. Von den schätzungsweise 11 Millionen Menschen, die seit Ausbruch des Bürgerkriegs 2011 aus Syrien geflohen sind, soll etwa die Hälfte Kinder sein. Der argentinische Filmemacher Hernán Zin begleitet sieben dieser kleinen Flüchtlinge seit einem Jahr in einem Film, der offensichtlich Ähnlichkeiten mit dem Film hat Das ist Exil: Tagebücher von Flüchtlingskindern (was hier in der Zeitung erwähnt wurde, als es während der Arabischen Filmtage in Oslo im letzten Jahr gezeigt wurde). Diese Dokumentation porträtierte auch syrische Kinder auf der Flucht, die ebenso lange gefilmt wurden.

Aber da Das ist Exil Ausgehend von einem Flüchtlingslager im syrischen Nachbarlibanon, zeichnet In Syrien geboren Ein noch vollständigeres Bild der Reise der Protagonisten in ihre jeweiligen Zielländer in Europa - und damit ein unerhörtes Dokument der verschiedenen Transportwege zu und durch unseren immer enger werdenden Kontinent. Zunächst sehen wir erschöpfte Menschen in kleinen und überfüllten Booten ankommen, gefolgt von den bekannten Bildern des toten syrischen Jungen an einem türkischen Strand - während der Film regelmäßig relevante Clips aus der Nachrichtenszene zeichnet. Nicht zuletzt auf dem Soundtrack, auf dem sich häufig auch europäische Staatschefs zu der Situation äußern.

In Syrien geboren ist ein ungeheuerliches Dokument über die verschiedenen…


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