Die philosophische Basis des Trumpismus?


Inwieweit lässt sich Trumps Politik von Carl Schmidts Philosophie beeinflussen?

Mark S. Weiner ist Mitglied des Beirats des Niskanen Centers. Fulbright-Professur für Amerikanistik an der Universität Uppsala in den Jahren 2018 bis 19. Copyright: Project Syndicate, 2018. www.project-syndicate.org
Email: mark@nytid.com
Veröffentlicht am: 2018

Hamden, Connecticut: Nach den Gipfeltreffen der NATO und in Helsinki haben sich viele Liberale persönlich zum Verhalten von US-Präsident Donald Trump geäußert. Wenn er sich von Amerikas traditionellen Verbündeten abwendet und die Sicherheitsdienste des Landes lächerlich macht, während er Wladimir Putin umarmt, liegt es auf der Hand, dass er sich im tiefen Wasser befindet. Oder dass jemand anderes die Fäden zieht. Oder dass er psychisch instabil ist. Oder dass er ganz Russlands Mann ist - ein "Verräter". Einige oder alle dieser Behauptungen mögen zutreffen. Aber es gibt eine tiefere und weitaus beunruhigendere Erklärung für Trumps Verhalten: Es geht auf seine eigenen Ideen zurück, insbesondere auf seine philosophischen Überzeugungen in Bezug auf unsere Weltordnung. Diese Überzeugungen werden sich als weitaus schwieriger zu bekämpfen erweisen.

Trump ist natürlich kein Philosoph. Trotzdem wird er instinktiv zur Stimme bestimmter Ideen, dank seiner Fähigkeit, den Massen Geschichten zu erzählen, und seiner tiefen Empfänglichkeit dafür, wie das Publikum emotional auf ihn reagiert. Für jede Kampagne, die er durchführt, wird er von einem Massenpublikum ermutigt, seine Ideen zu verfeinern, um das zu befriedigen, was sie als seine emotionalen Bedürfnisse wahrnehmen, die er als nächstes über soziale Medien politisiert.

Es heißt, Trumps Berater könnten den Bau der Mexiko-Mauer als ein politisches Projekt bezeichnen, das von "Liebe" getrieben wird.

Schmitts liberale Kritik Auf einen Denker hinzuweisen, für den Trump ein Redner ist - und der uns helfen kann, sein Denken zu verstehen, insbesondere seinen stark kritisierten moralischen Unfug gegen Russland - müsste der deutsche Philosoph Carl Schmitt sein. Obwohl Schmitt für seinen Beitritt zur NSDAP im Jahr 1933 berüchtigt ist, wäre es ein Trugschluss, ihn nur aus diesem Grund abzulehnen. Unter den heutigen Wissenschaftlern sowohl links als auch rechts ist Schmitt für seine scharfe Kritik am modernen Liberalismus bekannt. Im Zentrum von Schmitts Kritik steht seine Abneigung gegen das Bestreben des Liberalismus, etwas Universelles darzustellen. Liberale stellen definitiv die Rechte des Einzelnen in den Mittelpunkt ihres politischen Programms und sind der Ansicht, dass diese Rechte im Prinzip auf alle Menschen ausgedehnt werden sollten. Amerika ist - wie Sie sagen - eine Idee.

Für Schmitt ist diese Sichtweise ein Rezept für eine Katastrophe im In- und Ausland. Innenpolitik, weil der Liberale…


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