Vom Filmmaterial der Ureinwohner bis zum Film Fitzgeraldo (1982). Über den Mann, der im inneren Teil des Dschungels von PERUS eine Oper bauen wollte.

Der Eroberer der Nutzlosen


Eine echte Demokratie muss offen für Meinungsverschiedenheiten, Unterschiede und Nutzlose sein. Und nur durch diese "Eroberung der Nutzlosen" können wir uns der Wahrheit nähern.

Carnera ist freie Schriftstellerin und lebt in Kopenhagen.
Email: ac.mpp@cbs.dk
Veröffentlicht am: 2018
Werner Herzog. Ekstatische Wahrheit und andere nutzlose Eroberungen
Autor: Kristoffer Hegnsvad
Verlag: Jensen & Dalgaard, Dänemark

Kristoffer Hegnsvads Buch über den deutschen Filmemacher Werner Herzog ist keine journalistische Rezension des Films, sondern eine philosophische Reise in die kreative Werkstatt eines bemerkenswerten Künstlers. Über Gesprächspartner wie Benjamin, Adorno, Nietzsche und Deleuze spricht das Buch Themen an wie: Was ist Film? In welchem ​​Verhältnis stehen Bild und Wahrheit? Aber auch der Filmregisseur als Philosoph, Ethnologe, Entdecker und Wissenschaftler. Ein Bericht darüber, was es bedeutet, neugierig auf die Welt und das Leben zu sein und an seine Grenzen zu gehen, um dieser Neugierde nachzugehen.

Zum Bild kommen. Herzog macht keine Filme, um zu unterhalten, sondern um etwas zu lernen, etwas zu erforschen, eine Wahrheit zu verfolgen. Die Kamera scheint nur sein Medium zu sein. Aber bevor man Lehrer wird, muss man etwas über das Leben lernen, was Herzog als "Lektionen in der Dunkelheit" bezeichnet. Werner Herzogs Rogue Film School ("Herzogs Villains Film School") ist die Schule "für ein Setting fürs Leben". Lernen im Klassenzimmer reicht nicht aus - es geht um Lebenserfahrung als Grundlage. Allein sein zu können ist das Wichtigste: Wer kreativ sein will, muss lernen, einsam zu sein. Das Finden der Geschichten, die es wert sind, erzählt zu werden, erfordert Einsamkeit, Mut und Ausdauer.

In der Schule betont er die Notwendigkeit, auf eigenen Beinen zu stehen und es selbst zu tun, wenn man etwas anderes als Mainstream will. Vor allem aber muss man. Über eine Frau aus Wien, die Teil seines Filmteams werden wollte, sagte er: "Geh von Wien nach München, es wird mir sagen, wie sehr du den Job willst." 11 Tage später stand sie mit blasenvollen Füßen in München - wo Sie bekam den Job als Scripterin. Herzog bevorzugt ein Notizbuch von einer Pilgerreise zu den normalen Bewerbungsformularen der Filmschule. Es ist, wenn Sie alleine gehen und Gedanken durch einen wüten, dass Sie herausfinden, was wesentlich ist. In seinem Buch Über Eis gehen Herzog selbst beschrieb seine Reise zu Fuß 1974, als er von München nach Paris reiste, wo seine Mentorin Lotte Eisner tot war. Herzog: "Wir sind Filmemacher, kein Müll!", Impliziert: Mit der Digitalkamera ist es zu einfach geworden, einfach nur zu filmen. Worum es geht, ist um dorthin zu gelangen - für das Bild; die Anstrengung, die Kunst zu leben und zu erleben, was sich lohnt zu filmen…


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