Die große Kulissenwelt


CHINA: Yu Hua zeigt, wie sich das heutige 40-jährige wirtschaftlich kontrollierte China von der bäuerlichen Gesellschaft zum wirtschaftlich mächtigsten Land entwickelt hat

Carnera ist freie Schriftstellerin und lebt in Kopenhagen.
Email: ac.mpp@cbs.dk
Veröffentlicht am: 2020
China in zehn Worten
Autor: Yu Hua Übersetzerin Anne Wedell-Wedellsborg
Klim Forlag, Dänemark

Yu Hua (1959), der während der Kulturrevolution aufgewachsen ist, beschreibt in zehn Fällen persönlich reflektiert Essays Chinas dramatische Entwicklung - in nur 4-5 Jahrzehnten. Er legt keine Finger dazwischen und zeigt eine Gesellschaft hinter Shanghais glänzender Wirtschaftsfassade, die sich in einem Land versteckt, das gegen sich selbst und die Welt Krieg führt. Das Buch erscheint auch nicht in China, sondern in Taiwan. Hua, der sowohl Essayist als auch Fiktionsautor ist, begann seine «karriere» als Zahnarzt. Als Zwanzigjähriger wurde er zum Zahnarzt ernannt. Während der Kulturrevolution konnte man sich nicht aussuchen, was man sein wollte, und so verbrachte der aufstrebende Autor ohne zahnärztliche Ausbildung einige Jahre damit, Menschen die Zähne zu ziehen. Daraus bestand die Behandlung.

Hua hat mit dem Roman seinen internationalen Durchbruch geschafft Zu leben (1993; dänisch 2015), die sich mit dem absurden Leben der chinesischen Kulturrevolution befasst. Das Buch wurde auch von Zang Yimou mit gefilmt Leben (1994). Huas neu übersetzte Aufsätze zeigen ein China, dessen Tiger in der Folge zu einem Wirtschaftswunder aufstieg, das eine Nation extremer Ungleichheit, altmodischer und korrupter Ämter und eine Welt voller Kopien und Betrügereien hinterlässt.

Kulturrevolutionen

Das Buch erzählt die Geschichte Chinas vor und jetzt mit zehn Worten: Leute, leder, Lesen Sie die Änderung, Schreib, Lu Xun, Forschung formale, Revolution, græsrødder, Kopie, Bluff. Das Volk war einst identisch mit dem großen Vorsitzenden Mao, seiner Art zu winken und Das kleine Rot, die in jedem Haus standen. Und diejenigen, die beim berühmten Aufstand auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking auf den Straßen gingen, waren nicht die Menschen, sondern die Feinde der Menschen, in diesem Fall die Studenten. In der Geschichte des Volkes geht es um Sprache, Korruption und nicht zuletzt um historisches Vergessen. Der Aufstand, bei dem Hunderttausende von Studenten durch die Straßen gingen und kämpften und blitzschnell eine neue Blütezeit erlebten, wurde in wenigen Wochen niedergeschlagen und zerstört. Die täglichen Berichte über die Unruhen und die daraus resultierenden Inspirationen wurden von einem Tag auf den anderen durch die übergreifende Erzählung ersetzt: Der Wohlstand unseres Vaterlandes. Der Stromausfall war total.

Damals gab es Genauigkeit, heute will jeder mehr.

25 Jahre nach dem Aufstand kennt die junge Generation die Tage 1989 nicht. Die historische Vergessenheit ist groß. Nach Hua, ...

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