Der bevorstehende Tod der Anonymität


Die Aktionsgruppe "Freiheit statt Angst" protestiert gegen zunehmende Überwachungsmaßnahmen in Berlin. Aber vieles deutet darauf hin, dass die Leute die Überwachung wollen.

Kohler ist ein regelmäßiger Rezensent für MODERN TIMES.
Email: hansgkkohler@web.de
Veröffentlicht am: 2018

Die Zukunft rückt näher. Künstliche Intelligenz schleicht sich langsam aber sicher in unsere Zeit ein. Am 1. August startete im Berliner U-Bahnhof Südkreuz ein umstrittenes Pilotüberwachungsprojekt mit biometrischer Gesichtserkennung als neue Überwachungsmethode. Das erste Projekt dieser Art wurde vor einigen Jahren im Mainzer Hauptbahnhof durchgeführt. Es ist der deutsche Innenminister Thomas de Maizière, der gemeinsam mit der Deutschen Bahn und den Bundespolizei hinter der Initiative steht.

300 Freiwillige haben sich als Testpersonen für die erwähnte Überwachungsforschung angemeldet. Diese wurden mit einer 25-Euro-Geschenkkarte des Amazon-E-Commerce-Giganten angelockt. Mithilfe von Transpondern (elektronische Geräte mit eigener Frequenz, Hrsg.) Und iBeacons (Bluetooth-Sensoren), die die Testpersonen auf dem Körper tragen, werden Informationen in einem Radius von 10 Metern übertragen, in dem Daten wie Geschwindigkeit, Temperatur und Neigung zum Boden übertragen werden. gemessen.

Seien Sie an der Spitze. Bei dem sechsmonatigen Test wird geprüft, ob es möglich ist, automatisch Personen aus einer Menschenmenge zu erkennen, deren Gesichter der Teilnehmer zuvor digital gespeichert wurden. Ziel ist es, Menschen zu entdecken, die heute oder in Zukunft eine potenzielle Gefahr für die Gesellschaft darstellen können. Mit dieser Technik können nach Angaben der Bundespolizei Straftaten oder Gefahrensituationen aufgedeckt werden, bevor sie eintreten, was verspricht, dass die Informationen aus den Ermittlungen nach einem Jahr gelöscht werden. Drei Spezialkameras wurden installiert. Sie umfassen zwei Zonen im Eingangs- und Ausgangsbereich der U-Bahn-Station sowie eine Rolltreppe, die zur Eingangshalle des Gebäudes führt. Damit Personen, die nicht gefilmt werden möchten, den Kameras ausweichen können, ist der überwachte Bereich mit blauen und weißen Streifen am Boden markiert. Mehrere Polizisten nehmen an der Aktion teil, um unterschiedliche Verhaltens- und Bewegungsmuster auszuprobieren.

Gegner des Projekts waren auf den Barrikaden: Die Aktionsgruppe "Freiheit statt Angst" protestierte Ende November mit einem Appell gegen die Überwachungsinitiative. Die Aktivisten weisen darauf hin, dass durch das Projekt nicht nur Terroristen gescannt werden können, sondern auch die Methode ...

Abonnement NOK 195 / Quartal

Lieber Leser. Sie haben jetzt die 3 kostenlosen Artikel des Monats gelesen. Also auch nicht einloggen Wenn Sie ein Abonnement haben oder uns durch ein Abonnement unterstützen Zeichnung für freien Zugang?