Was gibt es Neues im Aufstand?


ZEITUNG EDITORIAL: Die von den Anarchisten erwähnte neue Form des Protests will keine übergreifende "Erzählung" über die Ereignisse in Hongkong.

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Veröffentlicht am: 2019

In Hongkong verbrachte ich Anfang der 90er Jahre - vor Chinas Übernahme im Jahr 1997 - einen Abend ganz oben in der 66. Etage des Restaurants Revolving 66, das sich um die beleuchtete, pulsierende Stadt drehte, als ich China hinter den dunklen Wäldern in der Ferne erblickte.

Seitdem hat die liberale Bevölkerung eine wachsende Nähe zum kommunistischen China festgestellt, mit der Angst vor einer umfassenden Regierungsführung und Überwachung. Und mit Hongkongs China-freundlichem Regierungsvorschlag für ein Auslieferungsabkommen für "Kriminelle" ging es diesen Sommer an die Bewohner über. Noch nie haben 2 Millionen der 7,4 Millionen Einwohner Hongkongs auf der Straße protestiert.

Aber können wir diesmal etwas viel Tieferes und Anderes sehen als bei den üblichen Demonstrationen - anders als bei der Hongkonger Regenschirmbewegung 2014 oder vor 30 Jahren auf dem Tiananmen-Platz? Es kann noch etwas anderes los sein, wie zum Beispiel mit dem gelben Westen Frankreichs oder Umfassender Umweltschutz-Protest von Extinction Rebellion.

Heutzutage behaupten mehr anarchistisch inspirierte Kollektive in Hongkong, dass die Demonstrationen von den Medien und der Staatsmacht als erkennbare Stereotypen von Rebellen dargestellt werden. Man will nicht unbedingt Gruselszenen mit Polizei, organisierten Märschen und prominenten Oppositionsführern. Diese können leicht als Overlords und "Kriminelle" überwältigt werden, was zu langjährigen Enttäuschungen führt. Dies geschah mit der pazifistischen Regenschirmbewegung, die mit dem Slogan der Intellektuellen "Besetzt das Zentrum mit Frieden und Liebe!" Begann - aber ohne konkrete Ergebnisse endete.

In Hongkong haben sich einige Demonstranten für direkte Aktionen entschieden, während andere sich für eine friedliche Linie der Gewaltfreiheit entschieden haben. Und die Gruppen mögen sich nicht. Die ehemaligen Aktionäre wollen keine kleinen Diskussionen, keinen Konsens oder endlosen Dialog, sondern handeln stattdessen. YouTube-Videos zeigen ihnen, wo sie Überwachungsmasten abschneiden. Sie benutzen Masken und Regenschirme, um nicht registriert zu werden. Eine Maßnahme könnte sein, eines Nachmittags die U-Bahn zu überfüllen, um das Netz zu lahm zu legen, eine andere, große Gruppen ihr Geld mit den daraus resultierenden Turbulenzen aus den Banken holen zu lassen.

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Weder im Ausland noch…



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