Burlesque und Kriegsgeschichte vom Balkan


Das Balkan New Film Festival kommt bald nach Oslo und Bergen. Das Programm bietet sowohl wilde Komödien als auch ernsthafte Kriegsdramen.

Huser ist regelmäßiger Filmkritiker in MODERN TIMES.
Email: alekshuser@gmail.com
Veröffentlicht am: 2017

Filme vom Balkan werden in norwegischen Kinos nicht oft aufgeführt, selbst im Vergleich zu einigen anderen osteuropäischen Ländern. Beim Wanderfestival Balkan New Film Festival (BaNeFF) haben Sie weiterhin die Möglichkeit, eine Auswahl neuer Filme aus diesen Ländern zu sehen. Das Festival hat seinen Sitz in Schweden und präsentiert sich als das größte Festival für Balkanfilm außerhalb der Region.

In diesem Jahr wird BaNeFF zum vierten Mal die Kinos in Oslo und Bergen besuchen, mit sechs bzw. fünf Spielfilmen, die noch nie in Norwegen gezeigt wurden. Wir haben uns einige dieser Titel angesehen, von burlesken Komödien bis hin zu historischen Kriegsdramen.

Komödie über den Tod eines Zuges. Die dunkle Komödie Tagebuch des Lokführers war 2016 Serbiens Oscar-Kandidat. Der Film basiert auf der Tatsache, dass jeder Lokführer in seinem Berufsleben erleben wird, dass zwischen 20 und 30 Menschen bei der Begegnung mit dem Zug, den er fährt, entweder in Form von Selbstmord oder durch Unfälle sterben. Ob diese Zahlen vollständig stimmen, bleibt als Regisseur und Drehbuchautor Milos Radovi ungewisscs film schwört nicht gerade auf realismus - weder in form noch narrativ.

Stattdessen haben sie Tagebuch des Lokführers ein verspielter und ausgesprochen burlesker Ton, der sich effektiv einstellt, wenn der Lokführer Ilija mit einem Auto mit komplettem Zigeunerorchester in den Aufprall des Films kracht - alles untergeht bei der Kollision. Der alternde Protagonist hat seine Wege gefunden, mit der ständigen Schuld solcher Ereignisse fertig zu werden. Später im Film lernt er einen Waisenhausjungen kennen, der von seinem Zug angefahren werden möchte - stattdessen nimmt ihn Ilija als Pflegekind auf. Wenn der Junge alt genug wird, um seine eigene Karriere zu wählen, beschließt er, den gleichen Weg (!) Wie sein Pflegevater zu den hartnäckigen Protesten des letzteren zu gehen.


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Klare Kontraste. Der Film gibt Emir Kusturicas gewisse Assoziationen U-Bahn ab 1995 mit seinem üppigen Charme und seinen einfallsreichen und manchmal grotesken Elementen. Fotograf Dusan Joksimovic hat auch eine warme und farbenfrohe Palette für die Bilder ausgewählt. Zusammen bilden diese Elemente Tagebuch des Lokführers ein filmischer Ausdruck, der in starkem Kontrast zum krankhaften Inhalt steht.

Aber auch die Geschichte selbst enthält viel Wärme. Dies gilt insbesondere für die eine ...


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