Yitzhak Rabin, Bill Clinton UND Yasser Arafat auf dem Platz vor dem Weißen Haus, 13. September 1993

"Verdammtes Oslo"


Was passierte eigentlich während der geheimen Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern in Oslo in den frühen neunziger Jahren?

Email: vibeke.har@gmail.com
Veröffentlicht am: 2018
Die Oslo-Tagebücher
Regisør: Mutter Loushy und Daniel Sivan
(Israel / Kanada)

Washington (DC), 13. September 1993. Auf dem Rasen hinter dem Weißen Haus kämpft die Weltpresse um den Kameraraum. Die Sprecherin der palästinensischen Delegation, Hanan Ashrawi, wird von einer Reporterin gefragt, ob sie weiß, was passieren wird. Mit einem glücklichen Blick antwortet sie: „Wir müssen uns um den Beginn des palästinensischen Staates kümmern.“ Dann öffnet sich die Tür und der israelische Premierminister Yitzhak Rabin, US-Präsident Bill Clinton und der Palästinenser Yasir Arafat schließen sich dem Pressekorps in ruhigen Schritten an.

Nachdem Arafat das Oslo-Abkommen formell unterzeichnet und gesprochen hat, beugt er sich vor und greift nach Rabin. Die Hand hängt. Clinton schießt auf Rabin. Der israelische Außenminister Shimon Peres dreht sich. Arafat streckt unbeugsam die Hand aus. Ein eindeutig unbequemer Rabin greift schließlich nach Arafats Hand und gibt ihm einen kurzen Stoß. Applaus. Frieden wurde angenommen.

Es ist die Zeit um diesen historischen Moment, in der sich die israelischen Regisseure Mor Loushy und Daniel Sivan den Nähten nähern. Die Oslo-Tagebücher ist eine Collage von Archivaufnahmen von 1993 bis 1996, die Tagebuchnotizen der Schlüsselfiguren und neue Interviews mit mehreren Befürwortern der Friedensgespräche - sowie Inszenierungen, bei denen Schauspieler die geheimen Gespräche zum Leben erwecken.

"Wir müssen am Beginn des palästinensischen Staates teilnehmen."
- Hanan Ashrawi, Washington 1993

Die Dokumentation wurde kürzlich auf dem Sundance Film Festival in Kanada uraufgeführt. Die Direktoren sagen, dass sie eine andere Seite des Oslo-Abkommens zeigen wollen - das sowohl Palästinenser als auch Israelis aus verschiedenen Gründen gerne als "blutiges Oslo" bezeichnen. Oder vielmehr ging es um die Arbeit bis zur Einigung: Es er möglich, Waffen niederzulegen und gemeinsam nach einer friedlichen Zukunft zu suchen. Sie behaupten, den heutigen israelischen Führern fehle der Wille, sich für den Frieden einzusetzen, den die Oslo-Delegation Anfang der neunziger Jahre hatte. in Die Oslo-Tagebücher Wir sehen einen 25-jährigen Benjamin Netanyahu-Donner von der Kanzel im israelischen Parlament, Knesset: „Rabin - Sie sagen, die Bibel wird uns nicht gerecht. Aber du liegst falsch! Bibel gir uns das Recht auf dieses Land! Rabin wurde von der jüdischen Vendetta-Gruppe am 4. November 1995 unmittelbar nach einer großen Friedenskrise in Tel Aviv erschossen. Ein halbes Jahr später, am 5. Mai 1996, wurde Benjamin Netanjahu zum neuen israelischen Premierminister gewählt. Mit ihm auf dem Stuhl wurden alle aufrichtigen Friedensinitiativen gemeistert.

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