Völkermord in verführerischen Farben


GENOCIDE: Ein außergewöhnliches Fotobuch gibt einen schockierenden Einblick in den Völkermord an den Rohingya.

Countries ist Filmautor, Regisseur und Autor für MODERN TIMES.
Email: ellen@landefilm.com
Veröffentlicht am: 2019
Kein Platz auf der Erde
Autor: Patrick Brown
Verlag: FotoEvidence,

Kleine Kinderkörper sind mit dünnen blutroten und neongelben Stoffen umwickelt, die aneinander haften und jedes Detail offenbaren. Die Körper wiederholen immer noch das lebensbedrohliche Spiel, aber die Art und Weise, wie die Gesichter bedeckt sind, warnt den Todeszustand. Das immergrüne Gras, auf dem die Kinder liegen, ist so üppig und nass, dass der Anblick allein die Feuchtigkeit spürt. Die Schönheit und Taktilität dieser Fotostory über ethnische Säuberungen von Rohingya in Myanmar (Birma) ist ebenso beunruhigend wie überall.

Überwiegend verführerisch

Die visuelle Brillanz bei der rohen Darstellung von Bestialität und Bedrängnis ist schwierig. Die verführerischen Qualitäten der Bilder sind so überwältigend, dass sie den Betrachter manchmal von der akuten Situation distanzierten, in der sich die Rohingya befinden. Homo sapiens. Sie führen schnell zu Erstaunen in Form, Farbe und erzählerischer Exzellenz.

Die Schnappschüsse in dem Buch sind wie aus einer aufwändigen Hollywood-Produktion gezeichnet: Drama, starke Emotionen und eine faszinierende exotische Farbpalette. Der Himmel ist so episch dunkel wie das Schicksal der über eine Million Menschen, die vom Völkermord und der darauf folgenden Flüchtlingskatastrophe betroffen sind.

Einige müssen überleben, um Horrorgeschichten weiter zu verbreiten.

Der australische Fotograf Patrick Brown schöpft viel aus seinem Hintergrund als Theaterfotograf mit einem besonderen Schwerpunkt auf Tanz. Er erfasst und friert die Bewegung in der Sekunde ein, in der sie am meisten sagt. Gleichzeitig erzeugt sein Farbgebrauch ein sensorisches Bankett. Die Phrase "jemandes Tod, des anderen Brot" geht wie ein Echo in meinem Kopf. Aber Brown gibt in einem Interview mit WorldPress zu, dass er kaum vom Fotojournalismus leben kann, obwohl er jetzt sowohl für seine früheren Arbeiten zum illegalen Handel mit gefährdeten Tieren als auch für die Dokumentation der Rohingya-Tragödie ausgezeichnet wurde.



Lieber Leser. Sie haben jetzt die 3 kostenlosen Artikel des Monats gelesen. Also auch nicht einloggen Wenn Sie ein Abonnement haben oder uns durch ein Abonnement unterstützen Zeichnung für freien Zugang?