Foto: Hans Georg Kohler

Berlin: Theaterbesetzung gegen den Kapitalismus


In Berlin gibt es jetzt eine Gentrifizierung und einen kapitalistischen Umbruch, der die Stadt von einem Arsenal aus Kunst und Kreativität zu einem Ort für Wohlhabende macht. Es bleibt nicht unbemerkt.

Kohler ist ein regelmäßiger Rezensent für MODERN TIMES.
Email: hansgkkohler@web.de
Veröffentlicht am: 2017

Einen Tag vor dem Wahltag am 24. September besetzte eine junge linke Aktivistengruppe das Theaterhaus Volksbühne in Berlin. Infolgedessen mussten Theaterprüfungen im Haus abgesagt und die Theaterbox geschlossen werden. Hintergrund war, dass der ehemalige Berliner Kultursenator Tim Renner von der Sozialdemokratischen Partei (SPD) den belgischen Museumskurator Chris Dercon ohne Theatererfahrung zum neuen Intendanten an der Volksbühne ernannte, nachdem der legendäre Frank Castorf 25 Jahre lang den Vorsitz geführt hatte. Dies hat zu heftigen Reaktionen und einem zweijährigen Theaterstreit unter den Berlinern geführt.

Die Theaterbesetzung zielte in erster Linie auf die Gentrifizierung (Vertreibung der Bewohner aufgrund von Wohnungsspekulationen und gestiegenen Mieten) und die kapitalistischen Umwälzungen ab, die Berlin verändern werden. Es war aber auch eine politische Reaktion gegen die rechtspopulistische Partei AfD, die nach den Wahlen erstmals das deutsche Parlament in Berlin eroberte, und die nationalistische…


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