"Sie interessieren sich vielleicht nicht für den Krieg, aber der Krieg interessiert sich für Sie."


NATO: Der Philosoph Jon Hellesnes betont mit seinem neuen Buch The NATO Complex die ehrenwerte Dissidententradition von Luxemburg und Liebknecht.

Storaker ist ein regelmäßiger Autor in MODERN TIMES und Mitglied der internationalen Auswahl von Rødt.
Email: aslakstoraker@yahoo.no
Veröffentlicht am: 2019
NATO-Komplex. Über Militärpolitik, Atomwaffen und norwegischen US-Dienst
Autor: Jon Hellesnes
Verlag: Samlaget, Norwegen

Im Januar nahm ich an einer Gedenkfeier zum XNUMX. Jahrestag der Ermordung der deutschen Kommunisten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg teil, den Anführern der kleinen Ausbruchsfraktion in der Deutschen Arbeiterpartei, die gegen die Teilnahme Deutschlands am Ersten Weltkrieg kämpfte. Gegen die Sozialdemokraten, die argumentierten, der Krieg sei eine patriotische Notwendigkeit, um das autokratische und imperialistische Russland zu bekämpfen, sprach Liebknecht den Slogan "Der Hauptfeind ist in unserem eigenen Land" aus. Wie Lenin und die Bolschewiki in Russland argumentierten die luxemburgischen und spartakistischen Verbündeten, dass es die Aufgabe der Arbeiterbewegung in allen Ländern sei, ihre eigene kriegführende Regierung zu stürzen. Die Ideen von Liebknecht und Luxemburg wurden vom politischen Establishment in Deutschland als verräterisch und gefährlich eingestuft, aber im Nachhinein besteht kein Zweifel, dass sie die richtigen waren. Der Erste Weltkrieg war so weit entfernt von jeglichem edlen oder notwendigen Kampf, nur ein barbarisches Massentöten.

Die sicherheitspolitische Debatte ist auch heute noch von der Tatsache geprägt, dass Rüstung, Militarisierung und Außenkriegsführung als notwendiger und edler Patriotismus zur Bekämpfung des autoritären und bösen Russland angesehen werden. Es gibt aber auch lebhafte und kritische Gegenstimmen, die sich in den Kampf gegen die Rolle der eigenen Regierung im Wahnsinn stürzen. Mit seinem neuen Buch NATO-Komplex der Philosoph Jon Hellesnes schreibt in der ehrenwerten Dissidententradition von Luxemburg und Liebknecht.

Perverse Logik

Hellesnes warnt zunächst, dass die Gefahr eines Atomkrieges heute größer ist als während des Kalten Krieges. Dies erfordert, so glaubt er, übergreifende politische Anstrengungen - auch von Seiten der Parteien, wie er selbst. In seiner Darstellung der Methodik betont er, dass seine Kritik an den USA und der NATO keine Illusionen über das Regime in Russland mit sich bringt, sondern ein Aufruf ist, vor dem Hinweis auf den Dreck des Nachbarn nach der eigenen Tür zu kehren. Dies scheint eine weise Methode zu sein. Seine Kritik an der Teilnahme am Libyen-Krieg und daran, dass Norwegen zum Stützpunkt für US-Operationen gegen Russland wird, kommt zum richtigen Zeitpunkt. Das gleiche ist der Punkt, dass dies praktisch rein administrativ ohne politische Debatte war.

Die Gefahr eines Atomkrieges ist heute größer als während des Kalten Krieges.

Jon Hellesnes ist ausgebildeter Militärphilosoph und erörtert in den stärksten und gründlichsten Teilen des Buches das Thema Atomwaffen. Er betont die Gefahr des Einsatzes von Atomwaffen falls der gegner ...

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