Saudi-Arabien braucht Öffentlichkeitsarbeit, aber nicht alles kann dem Tageslicht standhalten


TRANSPARENZ: Ein Land in der Krise sollte offener werden, aber wenn die Untertanen Widerstand leisten, werden sie ins Gefängnis geworfen und riskieren Folter.

Eckhoff rezensiert regelmäßig MODERN TIMES.
Email: ranveig.eckhoff@posteo.net
Veröffentlicht am: 2019
Zwölf Wochen in Riad
Autor: Susanne Koelbl
Verlag: Deutsche Verlags-AnstaltIn Deutschland

Die Tatsache, dass Frauen in Saudi-Arabien fahren dürfen, scheint ein klarer Fortschritt zu sein. Aber wohin sollen sie gehen, wohin oder zu wem? Die Mehrheit zieht noch nicht ohne einen männlichen "Beschützer" aus dem Haus. Sie bewegen sich immer noch wie schwarze Geister, außer auf Partys für reine Frauen, auf denen sie sich mit kunstvollen und funkelnden Kreationen schmücken. Hier werden nur Selfies aufgenommen, da niemand eine andere Frau fotografieren darf - das Bild könnte in die falschen Hände geraten (eines Mannes).

Die Journalistin und Autorin Susanne Koelbl berichtet seit 2011 regelmäßig aus Saudi-Arabien und verbrachte 2018 zwölf Wochen in Riad für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Sie mietete dort eine Wohnung - eine Leistung für eine einsame Frau, sie bewegte sich erstaunlich frei und kam Menschen mit einzigartigen Lebensgeschichten nahe. Als Elektriker Khalid al-Hubaischi und seine Frau Alma. Khalid trainierte Männer, die Bomben für Osama bin Laden bauten. Er dachte zuerst, Osama sei ein Held, der seinem Volk Gutes tun würde. drei Monate nach dem Anschlag 11. Im September wurde Khalid vom pakistanischen Geheimdienst festgenommen. Er verbrachte fünf Jahre in einem Käfig in Guantánamo.

Das Spektakulärste an Khalids Geschichte ist, dass seine Frau Alma es nicht weiß. Sie wusste nicht, dass ihr Mann hatte
als Terrorist inhaftiert.

Das Spektakulärste an Khalids Geschichte ist, dass Alma es nicht weiß. Sie wusste nicht, dass ihr Mann als Terrorist inhaftiert war. Sie wusste nicht, wer Osama bin Laden war. Als Koelbl nicht fragt, wie das möglich ist, weint die Frau weinend aus dem Raum. Transparenz in Saudi-Arabien ist eine beispiellose Bombe.

Geändert

Koelbl beschreibt Änderungen im Turbot-Tempo. Durch den Ölexport entwickelte sich das Land in wenigen Jahrzehnten von einer unbedeutenden Wüstengemeinschaft zu einem Staat mit globalem Einfluss. Mit dem mächtigen Ölkonzern Aramco im Hintergrund hat das Königreich Loyalität erlangt ...


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