Orientering: Bei Kennedys Tod


Mitgefühl und Ekel sind Worte, die sich in den Kommentaren zum Angriff auf Robert Kennedy wiederholen. Unsere US-freundliche Presse ist voller Mitgefühl für den Senator und seine Familie und nicht scheinheilig. Sein Ekel vor dem, was geschehen ist, ist tiefgreifend und aufrichtig.

Cordsen war zuvor Herausgeber von Orienteringund mit der Umbenennung in MODERN TIMES im Jahr 1975.
Email: kjellcordtsen@gmail.com
Veröffentlicht am: 2018

8. Juni 1968

Und das ist alles schön und gut. Aber wir sind immer wieder erstaunt, dass sich dieser Ekel niemals gegen die amerikanische Gesellschaft wendet. Im Gegenteil, die Presse hat das ganze Jahr über applaudiert, dass diese Vereinigten Staaten mit ihren Idealen und ihrem Wirtschaftssystem anderen Menschen aufgezwungen werden sollten - notfalls durch Gewalt. Es hat über Freiheit und Demokratie gesprochen. Doch hinter dem Lack der Demokratie verbergen sich Machtkonzentrationen und Widersprüche zwischen Mächtigen und Machtlosen. Davon haben wir weniger gehört. Die Gangway im Libanon, die Invasionen in Guatemala und San Domingo, die Angriffe auf Kuba und Vietnam wurden immer damit erklärt, dass dies im Interesse von Freiheit und Demokratie geschah. Der Status Quo, die unerträglichen wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen in Asien, Lateinamerika und den Vereinigten Staaten selbst, ist ebenfalls Gewalt. Die Armut dieser Kontinente bildet aber auch die Grundlage für den Wohlstand des Westens. Ein wirtschaftliches Kraftwerk mit Hunderttausenden von Soldaten, Flugzeugen und Panzern hält sie unter dem missbräuchlichen Namen des Antikommunismus fest.

Es ist…


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