Nachbarschaft im Norden


Trine Eklund schreibt über Erfahrungen aus ihrer Friedens- und Dialogreise nach Russland. Warum zeichnet der Westen ein Feindbild und verhängt Sanktionen gegen das Land, fragt sie. Sie glaubt, wir haben keinen Grund, unseren russischen Nachbarn zu fürchten.

Eklund engagiert sich für Bestmothers for Peace.
Email: t-eklun@online.no
Veröffentlicht am: 2018

Wenn man Russland besucht - und das schöne, moderne Moskau und St. Petersburg sowie andere russische Dörfer und Städte erlebt -, fällt einem auf, wie ähnlich wir uns als Menschen sind: Wir haben dieselben Bedürfnisse, Träume und Wünsche für die Zukunft und machen uns Sorgen die gleichen gesellschaftlichen Herausforderungen in Bezug auf Bildung, Gesundheit und Umwelt sowie Verkehrsprobleme. Warum also diese Bereitschaft, Russland zu dämonisieren und Angst zu machen? Was hat das Land getan, um dieses Feindbild zu verdienen?

Dass die Russen uns generell fürchten, ist verständlicher. Der Westen ist wiederholt in das Land eingedrungen, mit katastrophalen Folgen sowohl für die Besetzten als auch für die Besatzer (wie Napoleon 1812 und Hitler 1941-42). Als russische Soldaten zwischen 1944 und 45 Nordnorwegen befreiten, verloren sie mehr Soldaten als Norwegen während der gesamten Kriegsjahre und während der fast 900-tägigen deutschen Belagerung von St. Petersburg (damals Leningrad) zwischen eins und acht Zwei Millionen Russen starben oder starben an Hunger und Kälte. Die Tatsache, dass Russland im Zweiten Weltkrieg bis zu 30 Millionen Menschen verloren hat, ist nicht leicht zu vergessen. Die Russen sind enttäuscht, dass der Westen die Bedeutung des Krieges für ihr Land nicht versteht - seine Grausamkeiten und das Leid, dem die Bevölkerung ausgesetzt war. Es sitzt und ist etwas, das wir in unser Verständnis der russischen Kultur und des russischen Verhaltens einbeziehen müssen.

Glasshus

Die Vereinigten Staaten haben achtmal so viele Waffen wie Russland; England und Frankreich mehr als doppelt so hoch. Nach Angaben des schwedischen Friedensforschungsinstituts SIPRI hat Russland im vergangenen Jahr das Militärbudget stark gekürzt (aufgrund finanzieller Probleme infolge des Ölpreisverfalls und westlicher Sanktionen) und belegt nun den vierten Platz in der Weltstatistik der staatlichen Militärbudgets. Militärisch besteht also kein Grund, unseren Nachbarn zu fürchten.

Die Krimhalbinsel war schon immer Russlands Hafenstadt im Süden.

Die Krimhalbinsel war schon immer ein Teil des russischen Territoriums. Die Krim wurde 1954 von Präsident Chruschtschow an die Ukraine verschenkt, die damals Teil der Sowjetunion war. Das Übergabeabkommen wurde jedoch erstmals 1991 unterzeichnet. Die Krimhalbinsel war schon immer Russlands Hafenstadt im Süden, und 65 Prozent ihrer Einwohner sind Russen. Während unserer zwölftägigen "Friedens- und Dialogreise" im Mai dieses Jahres, die vom Reiseunternehmen Escape organisiert wurde,


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