SCHUTZ UND BESICHTIGUNG VON ANSGAR OLE OLSEN FOTO: ANSGAR OLE OLSEN

Mjøsa: Platzsinn und Tragetasche


AUFSATZ: Der ständige Fokus auf Arbeit, Geschäftigkeit und Produktivität entfremdet uns aus der Nachbarschaft - jeden Tag gibt es Menschen, die das Gefühl haben, dass etwas in ihnen auch kaputt geht.

Carnera ist freie Schriftstellerin und lebt in Kopenhagen.
Email: ac.mpp@cbs.dk
Veröffentlicht am: 2019

Neulich habe ich den neuen Dokumentarfilm gesehen Marianne & Leonard - Worte der Liebe, ein Film über die Liebesgeschichte zwischen dem kanadischen Songwriter Leonard Cohen und seiner norwegischen Muse Marianne Ihlen. Es ist aber auch ein Film über die magische Zeit der sechziger Jahre auf der griechischen Insel Hydra, über das Experimentieren mit Leben, Körper und Natur. Die Menschen gingen auf die griechischen Inseln, um andere Gemeinschaften und ein anderes Leben zu finden und ein Gespräch mit dem Ort, den Menschen und der Natur zu beginnen. Natürlich gab es eine Art Seite mit Drogen und einsamen Kindern, die sich selbst überlassen blieben.

Aber auch heute noch besteht die Sehnsucht, das Leben und die Gemeinschaften auf neue Weise zu erkunden. Geboren aus politischer und wirtschaftlicher sowie existenzieller Unsicherheit, der wir alle ausgesetzt sind. Auch in der Erkenntnis, dass sich unsere Bildungs- und Kulturinstitutionen in einer Krise befinden. Das Gefühl, dass Kommunikations- und Diskurskämpfe die Fähigkeit verloren haben, unsere Gegenwart auszudrücken. Dass wir alternative Erzählungen brauchen, die nicht in Nostalgie, Konzept und nationale Anbetung verfallen, brauchen neue Werkzeuge, über die wir nachdenken können. Neue Experimente zum Beobachten lernen. Uns wird klar, dass das, was uns Menschen umgibt, weit mehr ist als menschliche Gemeinschaften. Dass wir von Natur, Orten, Dingen, Tieren, Maschinen, Netzwerken, Zeichensystemen umgeben sind. Dass wir an komplexen, temporären und flachen Systemen beteiligt sind, für die wir verantwortlich sind. Wir leben ein Leben in provisorischen Räumen. Ein Leben in mehreren Medien, an mehreren Orten gleichzeitig. Ein Leben der Zeitgenossenschaft, ein Leben der Archivcharaktere und -bilder.

Es ist die Sammlergeschichte, das Wandern, das Weibliche. Der Körper als Grünland.

Das ist im Licht all dessen, was wir sehen müssen Mjøsa - ein Kunstprojekt und die Konferenz "New Territories? Dezentrale Kunstpraxis “(Hamar, 28. März). In einer Zusammenarbeit von sieben Gemeinden hat Mjøsa die Grundlage für ein hybrides Wissensgebäude geschaffen, in dem Kunst, Technologie, Natur, Wirtschaft, Handwerk und kulturelle Kommunikation den Weg für eine neue Art sozialer Innovation geebnet haben. Dadurch auch eine seltene Brücke zwischen Gedanken über Lebensform und Kunst einerseits und kultureller Verbreitung und Dokumentation darüber…


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