Leben ohne Sicherheitsnetz


Die Angst ist zu einer privaten Angelegenheit geworden und dies ist gefährlich, schreibt der Autor Heinz Bude in der Society of Fear - einem essayistischen Juwel eines Soziologie-Buches.

Ohrem ist Schriftsteller für MODERN TIMES.
Email: sigurdoh@vfk.no
Veröffentlicht am: 2018
Gesellschaft der Angst
Autor: Heinz Bude
Verlag: Polity Press, Vereinigtes Königreich

Es geht um die Risikogesellschaft, um veränderte Stimmungen, um verwitterungsbedingte Beziehungen, vor allem aber um das Konzept der Angst, um Kierkegaard - eine Quelle, die der Autor Heinz Bude häufig benutzt. Bude schriftlich innerhalb der großen Tradition, inspiriert auch durch, unter anderen Philosophen, die Riesman, Adorno und Heidegger, bleibt aber deutlich näher am Boden als die letzteren. Mit einem frühen Verweis auf Niklas Luhmann in der Einleitung des Buches räumt er der Angst eine herausragende Position in seinem konzeptuellen Universum ein: "Vielleicht das einzige a priori-Prinzip in der modernen Gesellschaft, bei dem alle Mitglieder der Gesellschaft gleich sind". Diese Erhöhung des Angstbegriffs und die Bezeichnung der Angststimmung zu einer einzigartigen Indica über den Zustand der Gesellschaft erinnern an Heideggers Ansatz im Hauptwerk Zeit und Zeit, aber hoffentlich ganz andere politische Implikationen haben.

Die heutigen Deutschen leiden unter Statusangst, Angst vor dem Verlust, vor Inflation und Armut, vor Ausgrenzung und Verlust der Identität, vor Terrorismus, Freiheitsentzug, Umweltkatastrophen und der Kontrolle über "Big Brother". Diese Liste kann fast unendlich sein, aber es geht nicht nur um Listen aufstellen. Die Angst, wie Bude sie beschreibt, ist ein Prinzip, vielleicht eine Kategorie, wie Kant sie dachte, die Erfahrungen ermöglicht und färbt. Wenn Martin Heideggers Parallele weiter gezogen wird, kann man auch eine Unterscheidung zwischen Angst und Angst treffen (was in der englischen Übersetzung nicht vollständig erfasst wird), wobei Angst die konkrete Erfahrung ist, die auf Objekte in der Welt des Lebens gerichtet ist, während Angst das existenzielle Prinzip ist, die Stimmung, die untermauert und befähigt die Angst.

Es geht um die Risikogesellschaft, um veränderte Stimmungen, um verwitterungsbedingte Verhältnisse, vor allem aber um das Konzept der Angst.

Im einleitenden Kapitel des Buches führt Bude die Linien zurück bis ins Jahr 1932, zu Theodor Geiger, dem Sozialisten und Volkshochschullehrer, und seiner sozialen Diagnose im Werk Die soziale Schichtung deutscher Völker. Hier Geiger, der übrigens vor der Machtübernahme Hitlers dem Nationalsozialismus entkommen und Soziologieprofessor in Aarhus geworden ist. So Puppen auch eine erkennbare Angst up: soziale Mobilität ins Leben gerufen wird, Arbeitslosigkeit, Abbau von Bildungswert und verschiedenen Formen des Zerfalls und Wertauflösung.

Wegweisende Mann Roosevelt. Und ...


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