Korruption im Freien


Filmfestival HRHW: Der Weg in das moderne China scheint mit den Methoden des Wilden Westens gepflastert zu sein, würde man dem Dokumentarfilm The Road glauben.

Huser ist regelmäßiger Filmkritiker in MODERN TIMES.
Email: alekshuser@gmail.com
Veröffentlicht am: 2016

Die Straße
Regie und Foto: Zanbo Zhang

2008 beschlossen die chinesischen Behörden, 586 Milliarden US-Dollar in die Infrastruktur zu investieren, um die Wirtschaft anzukurbeln, heißt es in einem Textplakat am Anfang von Zanbo Zhangs Dokumentarfilm Die Straße.
Aus einem späteren Textplakat erfahren wir, dass China in den letzten zehn Jahren das längste Autobahnsystem der Welt gebaut hat.
Genauer gesagt handelt der Film von einem Straßenprojekt in der Provinz Hunan, das Teil dieser enormen Anstrengung ist. In vier Kapiteln folgen wir verschiedenen Personen, die freiwillig oder unfreiwillig an dem Projekt beteiligt sind. Aus den ersten Szenen, in denen sich eine ältere Frau darüber beschwert, wie Steine ​​von den Explosionen durch ihr Dach gefallen sind und ihr Dach zerstört haben, ist ersichtlich, dass die Entwicklung nicht immer in gleichermaßen kontrollierten Formen stattfindet.
Nicht zuletzt scheinen zu viele Auftragnehmer und Behörden involviert zu sein, was wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist, dass ein Teil der Milliardenzuschüsse gemolken wurde. Und während das Projekt die Wirtschaft auf nationaler Ebene befeuert, gibt es auf lokaler Ebene viele alarmierende Gründe, weniger ehrenvoll unterdrückt zu werden. Dabei geht es fast ausschließlich um Geld, ob es sich um Privatpersonen handelt, die eine Entschädigung für Bauschäden oder sogar um Häuser, die abgerissen werden müssen, oder um regelmäßige Bestechungsgelder der öffentlichen Hand, um die erforderlichen Genehmigungen zu erhalten.

beschnitten-1_mKlare Sichtweise. Der Regisseur und Fotograf Zanbo Zhang verfolgt einen deutlich beobachtenden Ansatz in Bezug auf sein Material, mit nur wenigen weiteren interviewähnlichen Sequenzen - oder vielmehr Figuren, die gelegentlich Erklärungen zu Ereignissen auf dem Weg liefern. Die Straße ist ein solches Beispiel, dass diese Art von "fly on the wall" -Dokumentation auch eine klare narrative Perspektive haben und sogar Stellung zu dem nehmen kann, was dargestellt wird. Denn obwohl der Regisseur viele verschiedene Charaktere mit ihren unterschiedlichen Berührungspunkten zur Straßenentwicklung verfolgt, wird der Film mit einer gewissen Ironie und einem gewissen Humor erzählt, was uns ein ziemlich klares (und nicht unbedingt schmeichelhaftes) Bild des heutigen China gibt.
Diese Ironie ist offensichtlich, wenn wir den Präsidenten im Radio über das kommunistische Modernisierungsprojekt sprechen hören, während in der Praxis das Geld das letzte Wort zu haben scheint. Und die ganze Zeit die Umsetzung nicht ...


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