Kinder auf der Flucht


An der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien lebt die Familie Al Bakri in einem provisorischen Zeltlager. Sie sind aus der Hölle des Krieges in Syrien in die Hölle des Flüchtlingslebens in Europa geflohen. Was machst du, wenn das einzige, was du besitzt, Hoffnung ist?

Ytterhaug ist freiberuflich in MODERN TIMES tätig.
Email: ykaisa@hotmail.com
Veröffentlicht am: 2018
Unwillkommen
Regisør: Ida Theresa Myklebost
(Englisch / Norwegisch)

Der 15-minütige Dokumentarfilm Unwillkommen wird seit einem Jahr auf Filmfestivals auf der ganzen Welt gezeigt, aber erst jetzt kann das norwegische Publikum an der Geschichte des sechsjährigen Menwar Al Bakri aus Aleppo in Syrien teilnehmen. Wir treffen ihn und die Familie an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien, wo sie zusammen mit Tausenden anderen syrischen Flüchtlingen in provisorischen Zeltlagern leben. Die Familie möchte so schnell wie möglich nach Deutschland reisen, wo der große Bruder und beste Freund von Menwar lebt.

Wenn wir die Familie treffen, leben sie seit vier Monaten in einem Zelt. Das Leben hat aufgehört, der Alltag ist Chaos und Warten. Eines Tages fährt eine Baumaschine die Zelte herunter, weil sie in "illegalem Gebiet" aufgestellt wurden. Es ist ärgerlich zu sehen, wie respektlos die Zelte und Habseligkeiten der Flüchtlinge zerstört werden. Die Flüchtlinge kommen hoffnungsvoll nach Griechenland, aber es wird schnell klar, dass Griechenland nicht das Tor zu einer gleichberechtigten Existenz in Europa ist. eher zu einer schweren Tortur nach der anderen.

Unwillkommen zeigt, wer die Verlierer des Krieges in Syrien sind: die Kinder.

Die Regisseurin Ida Theresa Myklebost hat zuvor als Journalistin über den Bürgerkrieg in Syrien berichtet und kennt das Land gut. Die Familie Al Bakri vertraut ihr und lässt sie näher kommen. Der Film zeigt auch, welche enorme Bedeutung die Bemühungen der Freiwilligen und Helfer vor Ort für die Familien auf der Flucht haben; Die Blitze warmer Güte stehen in starkem Kontrast zu hasserfüllten Aussagen über "Flüchtlingsinvasion".

Unwillkommen zeigt, wer die wahren Verlierer des Krieges in Syrien sind: die Kinder. Der kleine Menwar macht einen unauslöschlichen Eindruck, erzählt von der Flucht, der schwierigen Situation, in der er lebt, und seinen eigenen Emotionen mit einer erwachsenen Sprache. Es ist überraschend, dass ein Kind im Alter von sechs Jahren sich so deutlich ausdrücken kann. Aber auch verständlich: Das Leben als Kind wird auf Eis gelegt. In den schwierigen Situationen, in die Flüchtlinge gebracht werden, sind es die Erwachsenen, die die Sprache und die Spielregeln beherrschen. Erwachsene, die auf der Flucht sind, müssen natürlich auch lüften. Die Kinder entwickeln einen Wortschatz, der nicht zu ihrer jungen Seele passt.

Unwillkommen ist ein wichtiger Dokumentarfilm, den viele sehen mussten. Und für eine lange Zeit muss die Familie Al Bakri voll geworden sein.

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