Die große Frage des Hungers - richtig gestellt


In einem kleinen, prägnanten Buch zeigt Eric Holt-Giménez, dass Hungerprobleme anders sind, als wir normalerweise denken.

Philosoph. Permanenter Literaturkritiker in MODERN TIMES. Übersetzer.
Email: andersdunker.contact@gmail.com
Veröffentlicht am: 2018
Können wir die Welt ernähren, ohne sie zu zerstören?

Polity Press-Serie Globale Futures bietet Illustrationen von Weltproblemen im Zusammenhang mit der Zukunft des Globus, basierend auf Fragen, die einfach, aber tiefgreifend sind und so naiv klingen, wie sie unvermeidlich sind: Können wir allen Kriegen ein Ende setzen? Können wir die Flüchtlingskrise lösen? Kann der Wohlfahrtsstaat überleben? Sollten reiche Nationen armen Nationen helfen? Die zweiteilige Frage in diesem neuen Titel ist brillant: Können wir die Welt ernähren, ohne sie zu zerstören? Wir sind nicht nur mit einem Konflikt zwischen menschlichem Überleben und ökologischen Überlegungen konfrontiert, sondern auch zwischen kurzfristigen Lösungen und langfristigen Perspektiven.

Derjenige, der angerufen wird, um dieses große Problem anzugehen, ist Eric Holt-Giménez, der Leiter des Food First-Instituts. Als Agrarökologe hat er den richtigen Hintergrund, um zu zeigen, wie Ökologie und Landwirtschaft miteinander verbunden sind, und die Kombination aus akademischem Denken, Aktivismus und Bloggen hat ihm die Möglichkeit gegeben, das Thema durch knallharte, fast mottoähnliche Formulierungen zu präsentieren. Indem er das Problem umdreht, bringt er den Leser effektiv zu einem Standpunkt, an dem die Welt anders aussieht als gewöhnlich.

Fehlgeschlagene Überproduktion

Ab der ersten Seite dieses kurzen Buches werden wir in eine Wendung des Problems hineingezogen. Die erste Wendung, die der Autor macht, sollte unumstritten sein, auch wenn sie auffällt: Es gibt keine Nahrungsmittelknappheit auf der Welt. Diejenigen, die hungern, haben im Allgemeinen Zugang zu Nahrungsmitteln, sie können es sich einfach nicht leisten, diese zu kaufen. Die zweite Wendung ist vielleicht überraschender: Das Problem ist nicht, dass wir nicht genug Lebensmittel auf der Welt produzieren, das Problem ist die Überproduktion. Wenn wir beides zusammenfassen, werden wir bald auch verstehen, warum viele der Hungernden selbst Bauern sind: Sie sind dem Wettbewerb auf einem globalen Markt ausgesetzt, angeführt von immer größeren Konzernen, deren Namen für eine Minderheit sozialkritischer Widerstandskämpfer zu klingen beginnen düstere Königreiche aus einer Saga, in der zwischen Gut und Böse gekämpft wird: Dow, Syngenta, DuPont, Bayer-Monsanto. Und in der realen Welt sind diese Unternehmensimperien unabhängig von ihren Absichten in ein Spiel der Weltherrschaft verwickelt, was bedeutet, dass so viel Lebensmittel wie möglich so billig wie möglich hergestellt werden müssen. Der Wettbewerb…


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