Harepus im Nationalsozialismus


Sonja Henie schafft immer noch eine Kluft im Publikum. Und es ist nicht leicht, sich einen Namen zu machen: War sie eine Heldin oder eine entschlossene Egoistin?

Ideenhistoriker und regelmäßiger Kritiker in MODERN TIMES.
Email: kjetkor@online.no
Veröffentlicht am: 2019

Um es kurz zu machen, wir können sagen, dass das Ideal der Frauen zu Beginn des 1900. Jahrhunderts nicht gesund war: Korsetts behinderten die Bewegungsfreiheit und die Durchblutung und die Damen waren einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen ausgesetzt, die zu dieser Zeit als Chlorose oder Bleichen bezeichnet wurden. Dieses Ideal war jedoch das Ideal der alten Oberschicht, von dem die neue, neue Bourgeoisie Abstand nahm. So wurde die Szene für die "Flapper" geklärt: eine junge Frau, die sich unheimlich benahm. Sie konnte rauchen, ein Auto fahren, zu Negermusik tanzen und Sport treiben - überhaupt alles, was eine Dame in spe nicht tun sollte. Sonja Henie, Tochter des ehemaligen Radrennfahrers und späteren Pelzhändlers Wilhelm Henie, war eine solche Prallplatte. Sie sprach so vulgär wie die Sportler im Frogner Stadium, sie machte Tennis, schwamm und ritt - und sie lief Schlittschuh.

Sonja im Berliner Sportpalast 1930:

Harepus

Ihr Vater und ihr Bruder entdeckten schnell ihr Talent. Es war nicht unbedingt so, dass es für Sonja ein Eislaufrennen sein musste, aber es ist möglicherweise eine Erklärung dafür, dass Skaten die einzige Übung war, die Frauen in den 1920er Jahren bei den Olympischen Spielen üben durften. Mit elf Jahren erhielt sie den letzten Sitz von acht Teilnehmern an den Olympischen Spielen 1924 in Chamonix. Es ist unklar, inwieweit sie zu Unrecht als Kind verurteilt wurde. Bereits im selben Jahr gab sie Shows in Wien und Berlin, und nach den Olympischen Spielen stand Sonja und dem Vater nur eines im Kopf: Sie sollte die Beste sein. Und sie war es. Bei den drei Olympischen Winterspielen in St. Moritz, Lake Placid und Garmisch-Partenkirchen gewann sie hervorragend Eiskunstlauf.

Henie revolutionierte das Eiskunstlaufen als Zweig.

Der Grund für Sonjas Erfolg war, dass sie das Eiskunstlaufen als Zweig revolutionierte. Es war eine harte Angelegenheit mit technischen Aufgaben gewesen - Sonja wählte selbst Musik und choreografierte ihre Darbietungen, um sie auf Eis tanzen zu lassen. Sie trug oberschenkellange, eng anliegende Anzüge, die eine völlig andere Bewegungsfreiheit als zuvor ermöglichten. Diese Kostüme haben möglicherweise auch das Publikum begeistert. In Deutschland wurde sie schnell ein Erfolg. Die Deutschen betrachteten Tanz als Vereinigung von Körper und Seele und hatten noch nie so etwas wie die Aufführungen der blonden Sonja Henie gesehen. Sie gaben ihr den Spitznamen "Häseken".

Abonnement NOK 195 Quartal


Lieber Leser. Sie haben jetzt die 3 kostenlosen Artikel des Monats gelesen. Also auch nicht einloggen Wenn Sie ein Abonnement haben oder uns durch ein Abonnement unterstützen Zeichnung für freien Zugang?