Ein ruhiger Staatsstreich im Internet


Im Oktober erklärte Steve Pieczenik, ehemaliger Gesandter von Präsident Jimmy Carter, Hillary Clinton habe im Internet einen "stillen Putsch" durchgeführt, um die Präsidentschaft zu übernehmen - doch die Schlüsselpersonen des FBI und des US-Geheimdienstes hätten einen Gegenputsch gestartet. Es müssen dann sie (und nicht die Russen) gewesen sein, die Julian Material dienten […]

Tunander ist emeritierter Professor der PRIO.
Email: ola@prio.no
Veröffentlicht am: 2016

Im Oktober erklärte Steve Pieczenik, ehemaliger Gesandter von Präsident Jimmy Carter, Hillary Clinton habe im Internet einen "stillen Putsch" durchgeführt, um die Präsidentschaft zu übernehmen - doch die Schlüsselpersonen des FBI und des US-Geheimdienstes hätten einen Gegenputsch gestartet. Dann hätten sie (und nicht die Russen) Material für Julian Assange und WikiLeaks liefern sollen. Sie werden Clinton verklagen, sagte Pieczenik, und über eine zweite amerikanische Revolution zur Unterstützung von Donald Trump sprechen. War dieses Spiel eines? Oktober Überraschung - eine verzweifelte Propagandamatrix in der Endphase des Präsidentschaftskampfs? Oder war es eine echte Revolte innerhalb der US-Geheimdienste?

Zentraler Mann. Als FBI-Chef James Comey zehn Tage vor der Wahl gezwungen war, die Ermittlungen gegen Hillary Clinton wieder aufzunehmen, kam es zu einem Aufruhr innerhalb des FBI. Im Juli haben Comey und das FBI die Anklage gegen Clinton fallen lassen. Sie sei "extrem nachlässig" gewesen, aber ihr Umgang mit benotetem Material sei nicht strafbar, sagte Comey. Viele im FBI waren verärgert. Als ein neuer E-Mail-Skandal um ihre Beraterin Huma Abedin und ihren Ex-Ehemann aufflammte, tauchte der Konflikt erneut auf - und in den E-Mails ging es nicht nur um Aktbilder.

Laut Steve Pieczenik eröffnet die Korruption in Hillary Clinton den Weg für die USA, von anderen Staaten regiert zu werden.

Steve Pieczenik war für viele US-Präsidenten tätig - von Richard Nixon bis George HW Bush - und hatte verschiedene Schlüsselpositionen inne, unter anderem als stellvertretender Staatssekretär. Er war auch ein Berater in Terrorismusfragen.

1978 war er Gesandter von Präsident Carter in Italien, wo er bei der Entführung des ehemaligen italienischen Premierministers Aldo Moro "vermitteln" sollte. Laut Moros Frau war Aldo Moro 1974 mit dem Leben in den Vereinigten Staaten bedroht. Fun würde mit der politischen Linken zusammenarbeiten, um Stabilität in Italien zu erreichen. Henry Kissinger hatte damals gesagt, wenn Moro darauf bestehen würde, müsste er teuer bezahlen. Am 16. März 1978 sollte das italienische Parlament über diesen "historischen Kompromiss" abstimmen. Auf dem Weg ins Parlament wurde Moro entführt - in einer militärischen Berufsoperation. Die Bodyguards im Auto wurden erschossen, Fun wurde mitgenommen und von den Roten Brigaden versteckt. Premierminister Guilio Andreotti, Innenminister Francesco Cosiga und die Amerikaner würden nicht verhandeln. Steve Pieczenik erzählte im Jahr 2008, dass Moro angefangen hatte, benotete…


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