freie Märkte

Freie Märkte sind eine Illusion


John Mikler behauptet, dass die weltweit größten Unternehmen ihren Wettbewerbern wirtschaftlich so überlegen sind, dass es falsch ist, von globalen Märkten und freiem Wettbewerb zu sprechen.

Hansen ist Professor für Sozialwissenschaften an der UiS und regelmäßiger Gutachter in MODERN TIMES.
Email: ketil.f.hansen@uis.no
Veröffentlicht am: 2018
Die politische Macht globaler Unternehmen
Autor: John Mikler
Verlag: Polity Press, USA

In Märkten mit monopolartigen Tendenzen können sich keine Neueinsteiger etablieren. Mikler argumentiert, dass die großen Unternehmen sie definieren und kontrollieren, anstatt auf freien Märkten zu konkurrieren. Dies ist der Ausgangspunkt für sein Studium der politischen Macht globaler Unternehmen in dem Buch Die politische Macht globaler Unternehmen.

"Global" vs. "Große" Unternehmen. Mikler weist zunächst darauf hin, dass nur eine geringe Anzahl der sogenannten "globalen Unternehmen" tatsächlich existieren. UNCTAD definiert Unternehmen als global, wenn sie mehr als 60 Prozent der Mitarbeiter aus anderen Nationalitäten als dem Hauptsitz haben, mehr als 60 Prozent der Umsatzerlöse aus anderen Ländern als dem Hauptsitz stammen und dasselbe gilt für das Aktienkapital. Mit diesem Verständnis gibt es heute nicht viele globale Unternehmen auf der Welt. Mikler ist daher besorgt, dass wir unser Verständnis globaler Unternehmen "re-territorialisieren". Walmart wird als Beispiel für ein Unternehmen oft als "global" bezeichnet, das aber nach obigem Verständnis eindeutig amerikanisch ist.

Die politische Macht großer Unternehmen ist eher geografisch als global verwurzelt.

Die politische Macht großer Unternehmen ist eher geografisch als global verwurzelt. Mikler zeigt uns einige Beispiele großer Unternehmen, die in einigen Ländern günstige Vereinbarungen für sich selbst aushandeln, um so zur Differenzierung und Ausnutzung der globalen Finanzlandschaft beizutragen.

Trotz Dreck gleichermaßen anerkannt

Zum Beispiel hat Apple keine Einkommenssteuer (0 Prozent) auf die 30 Milliarden US-Dollar gezahlt, die das Unternehmen durch sogenannte "aggressive Steuerplanung" zwischen 2009 und 2012 in Irland verdient hat. Google hat 80 2011 Prozent seiner Gewinne an Bermudas Steueroase abgeführt und nur 2,4 gezahlt 600 Prozent Körperschaftsteuer auf Gewinne, die in diesem Jahr außerhalb der USA erzielt wurden. Große Verträge mit 800 Fabriken mit insgesamt 000 Mitarbeitern bedeuten, dass die amerikanische Sportmarke NIKE in mehreren Niedrigkosten-Produktionsländern eine so große politische Autorität und Verhandlungsmacht besitzt, dass die Arbeitsbedingungen, einschließlich der Löhne, weit unter das Zumutbare gedrückt werden können. Und dies geschieht paradoxerweise zur gleichen Zeit, in der Unternehmen viel Energie investieren, um ihre eigene Marke als "sozial verantwortliche Unternehmen" aufzubauen. Sie machen es so gut, dass sie praktisch nicht betroffen sind, wenn Steuerhinterziehung oder Produktionsskandale der Öffentlichkeit bekannt werden.

Als im Jahr 2010 bekannt wurde, dass das chinesische Unternehmen Foxconn Technology Group, das…

Abonnement NOK 195 / Quartal

Lieber Leser. Sie haben jetzt die 3 kostenlosen Artikel des Monats gelesen. Also auch nicht einloggen Wenn Sie ein Abonnement haben oder uns durch ein Abonnement unterstützen Zeichnung für freien Zugang?