Europas perfektioniertes Verbrechen


Der Dokumentarfilm Eldorado thematisiert den zynischen Umgang Europas mit Flüchtlingen und erinnert uns daran, dass die Europäer selbst vor fast 100 Jahren auf der Flucht waren.

Wieczorek ist ein in Paris lebender Kritiker.
Email: dieter@gmail.com
Veröffentlicht am: 2019
Eldorado
Regisør: Markus Imhoof
(Schweiz / Deutschland)

Es ist üblich geworden, dasselbe als Teil des "Zustands der Dinge" an den Grenzen Europas zu sehen. Überwachungsflugzeuge und Rettungsverbote sind begrenzt und werden zurückgehalten, um die trostlose Sichtbarkeit der Katastrophe zu gewährleisten. Es ist vorzuziehen, dass Menschen im Verborgenen sterben.

Was kann ein Filmemacher angesichts der Globalisierung humanitärer Katastrophen tun? in Eldorado - in diesem Jahr auf der Berlin vorgestellt - Regisseur Markus Imhoof beleuchtet anhand seiner persönlichen Erinnerungen unsere aktuelle Migrationskrise. Mit leiser Stimme
Das Publikum kann an seinem Briefwechsel mit einer Freundin aus Kindertagen, der Kriegsflüchtlingin Giovanna, teilnehmen.

Giovanna war ein hungerndes italienisches Mädchen während des Zweiten Weltkriegs. Unter so vielen anderen bedürftigen jungen Flüchtlingen wurde sie kurz nach Ausbruch des Krieges in einem Depot in Imhoofs Heimatstadt unweit von Zürich zurückgelassen. Durch das Kindertransportprogramm des Roten Kreuzes nahm Imhoofs Familie das kleine Mädchen auf und half Giovanna und ihrer Familie für kurze Zeit auf neutralem Schweizer Boden. mit matration. . Nach einigen Monaten musste die Flüchtlingsfamilie nach Italien zurückkehren. Eldorado zeigt, wie Imhoofs Erinnerungen an den zarten Briefdialog mit Giovanna wieder zum Leben erweckt werden.

Neoliberale Paradoxien

Aus den Rückblenden der Kindheit rückt Imhoof die heutige Flüchtlingskrise in den Mittelpunkt und durchläuft Schritt für Schritt die skandalösen Paradoxien der heutigen neoliberalen Weltpolitik. Die ersten Bilder zeigen Ertrunkene entlang der italienischen Küste. Imhoof dokumentiert die Rettungsaktionen der italienischen Operation "Mare Nostrum", die bisher rund 100 Menschen das Leben gerettet hat.

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Das erste Paradoxon ist leicht zu bemerken: Europäische Länder ohne Küste diktierten die absurden Richtlinien für die Registrierung von Flüchtlingen - was unter anderem dazu führt, dass das Land für den Flüchtling verantwortlich ist, für den er sich zum ersten Mal registriert hat. Dies gilt auch dann, wenn der Flüchtling bereits Verwandte in anderen europäischen Ländern hat. Eine solche Regelung führt zwangsläufig zu einer Verschärfung der Einwanderungspolitik der Zielländer, was ein klares Beispiel für die heutige Situation in Italien ist. Imhoof dokumentiert auch den Verwaltungsapparat, in dem die Kapazitäten aufgrund der großen Anzahl von Flüchtlingen, die…


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