Terje Tvedt

Die Diktatur der Stille


Alle Angriffskriege beginnen mit einer Lüge. Warum roch Norwegen nicht nach dem Bombenanschlag vor Libyen? Und warum gibt es einen Konsens, die Verantwortlichkeiten Norwegens danach nicht zu diskutieren?

Tunander ist emeritierter Professor der PRIO.
Email: ola@prio.no
Veröffentlicht am: 2015

Terje Tvedt schreibt in dem Artikel "Das Schweigen Libyens" im New Norwegian Journal (Nr. 3-2015), dass es nach dem Krieg in Norwegen ein völliges Schweigen gibt. Libyen war zuvor ein autoritärer, aber funktionierender Wohlfahrtsstaat und wies laut UN den höchsten Index für die menschliche Entwicklung auf (menschlicher Entwicklungsindex) in Afrika - es war auch höher als in einigen Staaten in Europa. Aber nach dem Krieg von 2011 hat sich Libyen in ein Chaos verwandelt, das von islamistischen Milizen, Zusammenstößen und Mafia-Gruppen beherrscht wird, die Millionen von Dollar durch Menschenhandel verdienen. Libyens zwei konkurrierende Regierungen haben wenig zu sagen. Aber in Norwegen herrscht Stille. Fast niemand schreibt über die Verantwortung Norwegens, einen Staat auseinander und zusammen zu bombardieren.

Tvedt sucht nach einem forklaring på tausheten og den totale norske enigheten – i regjering, storting og media – om å bombe Libya. Den offentlige samtalen var i 2011 preget av krigseufori. For mange handlet det om …


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