Die Bedrohungen der NATO stoppen den IS nicht


Nach immer mehr Terroranschlägen in Europa glauben die NATO und der Westen, dass mehr Gewalt angewendet werden muss. Dies deutet auf ein geringes Verständnis der Funktionsweise von Organisationen wie IS hin.

Email: lysestoe@online.no
Veröffentlicht am: 2017

Mai 2017: Fotos aus Manchester laufen über den Bildschirm. 22 Tote, weitere Lebensverletzungen. Die Menschen sind verzweifelt. Viele haben Angst. Wieder werden wir an den Terror in Paris, in Berlin, in Brüssel erinnert. Innerhalb weniger Jahre sind Hunderte von Menschen in der westlichen Welt Opfer der IS-Terrorkampagne geworden. Woher kommt der nächste Terroranschlag? Kann sich Europa gegen diesen Wahnsinn wehren? Die Antwort unserer Spitzenpolitiker kam am Donnerstag, dem 25. Mai, auf dem NATO-Gipfel in Brüssel. In der Gedenkstätte für die Opfer der Zwillingstürme erklärten unsere politischen Führer, dass der Westen militärisch ausgerüstet sein müsse. Jetzt wird sich auch das NATO-Bündnis dem Krieg gegen den IS anschließen.
Welche Art von Geschichte wird von unseren politischen Führern erzählt? Die Geschichte einer fanatischen Bewegung, IS, mit Wurzeln im Islam - die Demokratie und die "Ungläubigen" hasst, die den Westen zerstören werden. Nur Gewaltanwendung kann uns davor schützen. Wir sind mächtig und reich. Wir haben die stärkste Militärmacht der Welt. Wir können sie "zerquetschen", um Präsident Trumps Rhetorik zu verwenden.
Und jetzt werden sie zermalmt; mit mehr Waffen, mehr Krieg, mehr Militarisierung Europas.

Profit oder Leute? Viele von uns fragen jetzt: Ist das die ganze Geschichte? Hat der Westen seit der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 keine militärische Macht mehr im Nahen Osten ausgeübt? Kann nicht noch mehr Krieg und Unterdrückung den gegenteiligen Effekt haben - dass wir das Bild des Westens bekräftigen, das IS selbst verkündet, nämlich den Westen als Satan? Dass noch mehr arme junge Menschen ohne Hoffnung sich mit Lebenskraft dem Kampf gegen diesen Satan anschließen?
Meiner Meinung nach besteht die große Gefahr, dass letztere eintreten wird. Es ist daher unerlässlich, dass westliche Politiker die Realität des Nahen Ostens erkennen: Seit der Gründung des Staates Israel und der Vertreibung des palästinensischen Volkes im Jahr 1948 befindet sich die westliche Politik auf einem Kollisionskurs mit arabischen Völkern und Muslimen in der Welt. Der Kampf des Westens für Öl- und Waffenmärkte und andere strategische Interessen hat den Menschen im Nahen Osten seit Jahren neues Leid gebracht. Die westlichen Medien erinnern uns oft sowohl an den 9. September als auch an den islamistischen Terror, haben aber die unglaubliche Fähigkeit, das enorme Leid zu vergessen, das unsere eigene Politik den Menschen in dieser Region zugefügt hat: Die Schaffung Israels im Jahr 11 machte 1948 Palästinenser zu Flüchtlingen - Menschen, die immer noch als obdachlos leben. Die Kriege im Libanon ab den frühen 800er Jahren mit mindestens 000 Toten, die Kriege im Irak mit großen Flüchtlingsströmen - und fast 70 Zivilisten, die erst nach der US-Invasion 100 getötet wurden.…


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