Chinas sanfte - und weniger sanfte - Macht in Südostasien


Als Barack Obama seine "Pivot-to-Asia" -Strategie ankündigte, war dies nicht zuletzt eine Reaktion auf Chinas zunehmenden Einfluss in der Region. In einer neuen Anthologie wird der Erfolg Chinas beim Setzen von Spuren in Nachbarländern bewertet.

Trige Andersen ist freie Journalistin und Historikerin.
Email: nina.trige.andersen@gmail.com
Veröffentlicht am: 2019
Chinas Spuren in Südostasien

Als die philippinische Geschichtsprofessorin Maria Serena I. Diokno letzten Sommer als Hauptrednerin in ein Panel zu autoritären Tendenzen in Südostasien auf der Internationalen Konferenz der Asienwissenschaftler in Chiang Mai, Thailand, eingeladen wurde, hielt sie eine inspirierte und empörte Rede über historischen Revisionismus und strategisches Vergessen während der sitzende philippinische Duterte-Regierung. Eine der Hauptaufgaben von Präsident Rodrigo Duterte bestand darin, enge und bedingungslose Beziehungen zu China zu knüpfen, einem Land, mit dem die Philippinen - nicht zuletzt aufgrund des maritimen Territorialkonflikts zwischen den beiden Ländern - seit Jahrzehnten enge Beziehungen unterhalten. Duterte ist so weit gegangen, ein internationales Urteil aus dem Jahr 2016 zu ignorieren, das den Philippinen die Ursache des Konflikts verleiht.

Daher ist es auch etwas enttäuschend, dass die neue Anthologie Chinas Spuren in SüdostasienChinas zunehmenden wirtschaftlichen und politischen Einfluss auf den Philippinen in den letzten Jahren wird von Diokno, Mitherausgeber, nur am Rande angesprochen.

Laut Kritikern hat Präsident Duterte beschlossen, die Philippinen nach China zu verkaufen.

Der Beitrag der Anthologie deckt die meisten südostasiatischen Länder mit vorübergehenden historischen Kratzern ab, wobei der Schwerpunkt auf dem Zeitraum von den 1990er bis 2010er Jahren liegt. Für die Philippinen ist die Analyse jedoch auf die Zeit von Gloria Macapagal-Arroyo (2001-2010) beschränkt, in der mehrere von China finanzierte Großprojekte aufgrund umfangreicher Korruptionsskandale verschwendet wurden. Das gibt einen verzerrten Eindruck von Chinas Präsenz in diesem Land, da der derzeitige Präsident Duterte - der auch Macapagal-Arroyo in die politische Hitze gezogen hat - laut Kritikern beschlossen hat, die Philippinen an China zu verkaufen.

Die Strategie hinter den Konfuzius-Instituten

Chinas Spuren in Südostasien basiert auf Joseph Nyes berühmter Theorie der "Soft Power" - eine Theorie, die chinesische Akademiker und die Spitze der Kommunistischen Partei mit großem Interesse gelesen und als eine Art ideologischer Anhaltspunkt in die Entwicklung der außenpolitischen Ambitionen Chinas einbezogen haben.

Eines der Werkzeuge, die in der Anthologie untersucht werden, sind die Konfuzius-Institute, die in den USA, Kanada und mehreren europäischen Ländern - einschließlich Norwegen - umstritten sind, aber in den meisten südostasiatischen Ländern die große Unterstützung der lokalen Elite genießen. Die norwegische Diskussion konzentrierte sich unter anderem auf die Frage…

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