Beyoncé und Jay-Z im Louvre


In dem Musikvideo zur Single "Apes ** t" stellen die legendären Pop-Idole die erwartete Sichtweise der Afrikaner im Laufe der Geschichte in Frage. Das Ehepaar ist jedoch nicht das erste, das den Louvre als Standort für seinen eigenen Erfolg auswählt.

Zajc ist Medienautor, Forscher und Filmkritiker. Sie lebt und arbeitet in Slowenien, Italien und Afrika.
Email: melita.zajc@gmail.com
Veröffentlicht am: 2018

"Meine Mutter hat mir beigebracht, dass es nicht nur wichtig ist, überlegt zu werden, sondern auch, überlegt zu werden", sagte Beyoncé im September gegenüber der US-amerikanischen Vogue. In ihrem viel diskutierten Interview weist sie darauf hin, dass "ein Afroamerikaner nicht nur auf dem Cover von Vogues wichtigster Monatsausgabe steht, sondern auch das erste Titelfoto eines afroamerikanischen Fotografen in der Vogue ist". Einige andere Magazine hatten in letzter Zeit auch farbige Frauen auf dem Cover. Und außerdem: Der Chefredakteur der englischen Vogue, Edward Enniful, ist zum ersten Mal in der Geschichte ein Schwarzer. All dies im Laufe eines Jahres, in dem Hollywood zum ersten Mal einen Bestseller mit einem schwarzen Helden hatte, Schwarzer Panther (2018) - Ein Film, der in Afrika spielt, wo fast alle Schauspieler eine dunkle Haut haben und der Film auch einen dunklen Regisseur hat.

Aber ist es nicht das Gegenteil, das uns wirklich in Erstaunen versetzen sollte? Wie kommt es, dass die Kulturindustrie erst mehr als einhundert Jahre nach der Erfindung des Films Afroamerikaner anstellt und darüber hinaus die Fototechniken so anpasst, dass sie auch für Menschen mit dunklerer Hautfarbe arbeiten können?

Die Eroberung des Louvre

In diesem Zusammenhang starten Beyoncé und Jay-Z - die amerikanischen Pop-Idole, die zusammen unter dem Künstlernamen "The Carters" auftreten - ihre neuesten Projekte: das Album Alles ist Liebe und ihre On The Run Tour II. Sie haben Türen für ihre afroamerikanischen Künstlerkollegen geöffnet, sowohl für jüngere als auch für ältere. Das Tourplakat verweist direkt auf einen der wichtigsten afrikanischen Filme, die je gedreht wurden. Touki Bouki (1973) - Ein Spielfilm des singhalesischen Regisseurs Djibril Diop Mambety. Jetzt haben sie den Louvre - den Tempel der europäischen Kultur - als Drehort für das Video "Apesh ** t" aus ihrem Album erobert Alles ist Liebe, und bereitet so den Text für das Publikum vor: "Ich kann nicht glauben, dass wir es geschafft haben".

In der Vergangenheit wurde Afrika oft als eine Art ewiges Museum angesehen, das keine eigene Geschichte hatte, sodass die Europäer als die wahren Träger der Geschichte auftreten konnten.

Im Video hat das Carter-Duo die Macht. Sie haben die Räumlichkeiten der Elite besetzt und stellen die erwartete Sichtweise der Afrikaner in Frage. Wie mehrere Rezensenten eifrig bemerkten, war…


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